Drei-Stufen-Modell soll Präsenzunterricht in MV sichern

03.01.2022 Als eines der ersten Bundesländer ist Mecklenburg-Vorpommern nach den Feiertagen in den Schulalltag zurückgekehrt. Ein Drei-Stufen-Modell mit weitgehenden Entscheidungsbefugnissen für die Schulen selbst soll den Präsenzunterricht möglichst lange sichern.

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommern wappnet seine Schulen mit einem Drei-Stufen-Modell für die erwartete neue Corona-Welle durch die Omikron-Variante. Wie Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Montag in Schwerin mitteilte, soll die Unterrichtsgestaltung lokal an die jeweilige Infektionslage unter Lehrern und Schülern angepasst werden. Dabei liege die Entscheidung bei der jeweiligen Schulleitung. Diese wisse am besten, wie sie im Interesse der Schüler und Schülerinnen zu reagieren und die Lehrkräfte vor Überbelastungen zu schützen habe.

So könne jede Schule in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt flexibel reagieren und für sich festlegen, in welcher Phase sie sich befindet und wie sie den Unterricht dann organisiert. «Es ist wichtig, dass die Kompetenz der Schulleitungen und der Lehrer nicht untergraben wird», sagte Oldenburg, machte zugleich aber deutlich: «Präsenzunterricht hat in allen Phasen Vorrang.» Die Eltern würden jeweils am Donnerstag über die Unterrichtspläne für die Folgewoche informiert. Schulschließungen wie im Vorjahr sollten unter allen Umständen verhindert werden, seien flächendeckend unter den aktuellen gesetzlichen Vorgaben aber auch nicht möglich.

Zum Schulstart am Montag habe - mit einer Ausnahme in Rostock - entsprechend Stufe eins an allen Schulen des Landes Präsenzunterricht für alle Altersstufen stattgefunden. Bei höherem Infektionsgeschehen und Stufe zwei beschränke sich der Präsenzunterricht auf die Klassen eins bis sechs sowie die Abschlussklassen. Für alle anderen Schüler und Schülerinnen gebe es dann Wechselunterricht. Ob der Wechsel zwischen Präsenz und Homeschooling wochen- oder tageweise erfolgt, entscheide auch die Schule selbst.

Sollte coronabedingt der Personalmangel zu groß werden, können in Stufe drei Notbetreuung für die unteren Klassen und Fernunterricht ab Klasse sieben angeordnet werden. Für Abschlussklassen soll es aber auch dann in jedem Falle Präsenzunterricht geben. «Die Schüler müssen hervorragend auf die Prüfungen vorbereitet sein», sagte Oldenburg. Auch für Schüler mit speziellem Förderbedarf solle der reguläre Unterricht stets sichergestellt werden.

Sowohl der Schulleiterverband als auch der Landeselternrat befürworteten das vorgelegte Stufenmodell. Es sei von Anfang an eine Forderung des Elternrats gewesen, abhängig von der Infektionslage vor Ort über die Öffnung der Schulen zu entscheiden, betonte der Landesvorsitzende Kay Czerwinski. Präsenzunterricht müsse so lange wie möglich sichergestellt werden. «Es geht nicht nur um die Wissensvermittlung. Die sozialen Kontakte sind für die Kinder sehr wichtig», sagte Czerwinski. Im vorigen Schuljahr waren die Schüler wegen der strengen Kontaktbeschränkungen über Monate hinweg im Homeschooling unterrichtet worden.

Nach knapp zweiwöchigen Feiertagsferien hatte der Unterricht für die rund 155.000 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern am Montag mit einer Neuerung begonnen. Statt wie bisher zwei Mal müssen sie nun drei Mal in der Woche einen Corona-Test machen. Damit sollen Infektionen frühzeitig erkannt und weitere Ansteckungen möglichst unterbunden werden. Das Land hatte dafür knapp drei Millionen Tests für die ersten vier Kalenderwochen beschafft. Auch für Pädagogen und externe Mitarbeiter an Ganztagsschulen besteht Testpflicht. Mit dem neuen Jahr findet auch wieder regulärer Sportunterricht in Hallen statt, der zuletzt ausgesetzt worden war, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßte die neuen Regelungen. «Das Recht auf Bildung wird deutlich betont und Schulen erhalten damit die Möglichkeit, individuell auf die Personalsituation einzugehen und Mehrfachbelastungen zumindest zu minimieren. Das ist eine gute Botschaft der Bildungsministerin!», erklärte GEW-Landeschef Maik Walm. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass es derzeit viel Unsicherheit gebe bei der Einschätzung der tatsächlichen Ausbreitung der Corona-Variante Omikron. «Es wäre gut gewesen, die Schülerinnen und Schüler in dieser ersten Woche noch weitestgehend in Distanz zu unterrichten, um sich einen Überblick über die Infektionssituation nach den Ferien zu verschaffen», so Walm.

Oldenburg verwies erneut darauf, wie wichtig Impfen sei. Auch wenn die Impfung nicht generell vor Ansteckungen schütze, so mindere sie doch erheblich die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs und damit langfristiger Ausfälle. Nach ihren Angaben sind mehr als 90 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer im Land geimpft. Keine Erklärung hatte Oldenburg für die vergleichsweise geringe Impfrate unter Kindern und Jugendlichen im Nordosten. Laut Robert Koch-Institut sind in Mecklenburg-Vorpommern etwa 40 Prozent der 12- bis 17-Jährigen zwei Mal geimpft. Im Nachbarland Schleswig-Holstein sind es demnach fast 66 Prozent.

© dpa-infocom GmbH

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