Cyberangriff: Schwerin hofft auf Rückkehr an Dienstrechner

05.11.2021 Nach dem Cyberangriff auf die Schweriner Stadtverwaltung hofft der Oberbürgermeister auf eine baldige Inbetriebnahme erster Rechner-Arbeitsplätze. Der kommunale IT-Dienstleister habe damit begonnen, die Arbeitsrechner der Beschäftigten zu überprüfen. Falls die Prüfung positiv ausfalle, könnten zum Wochenbeginn bereits wieder viele Rechner im Stadthaus zur Verfügung stehen, sagte Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier am Freitag. Es bleibe aber auch in diesem Fall ein Notbetrieb. Bis Mittwoch nächster Woche will die Stadt zudem geklärt haben, ob am 15. November planmäßig die Grundsteuer eingezogen wird.

Die beleuchtete Tastatur eines Laptops spiegelt sich im Bildschirm. Foto: Silas Stein/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei dem Cyberangriff Ende Oktober waren Server der Schweriner IT- und Servicegesellschaft (SIS) und des Kommunalservice Mecklenburg (KSM) durch eine Software teilweise verschlüsselt worden, daraufhin wurden alle Systeme zur Sicherheit heruntergefahren. Dies legte den Großteil der Bürgerservices in der Landeshauptstadt und dem angrenzenden Landkreis lahm.

Sein aktueller Stand sei, dass für alle betroffenen Daten ein Backup zugänglich sei, sagte Badenschier. Es habe daher nicht die Notwendigkeit bestanden, auf Forderungen der Kriminellen einzugehen. Gerade die Zentralisierung der IT-Dienstleistungen auf einen gemeinsamen Anbieter der Stadt und des Landkreises Ludwigslust-Parchim habe sie gerettet, betonte der Oberbügermeister. Eine Dezentralisierung komme als Lehre aus dem Angriff also nicht in Frage.

Die nächsten wichtigen Meilensteine seien Lösungen für das Melde- und das Haushaltsverfahren, vor allem die Wohnungsanmeldungen und -abmeldungen. Damit dies anlaufen kann, müsse auch ein Zugang zum Landesverwaltungsnetz bestehen. Hier seien die Sicherheitsanforderungen sehr hoch, es werde jedoch daran gearbeitet. Der gesamte Schaden durch den Angriff auf die IT-Systeme der Landeshauptstadt und des Kreises Ludwigslust-Parchim ist laut Badenschier aktuell weiterhin noch nicht zu beziffern.

© dpa-infocom GmbH

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