Arbeitslosigkeit in MV im Dezember gestiegen

04.01.2022 Der Tourismus ist in Mecklenburg-Vorpommern ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor. Schwächelt Branche, ist das sofort auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Die Delle im Dezember hatte aber nicht nur mit der Jahreszeit zu tun.

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ist im Dezember auf 57.100 gestiegen. Das waren 2600 mehr als im November, teilte die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mit. Mit 4,7 Prozent verzeichnete der Nordosten den bundesweit höchsten Zuwachs. Die Arbeitslosenquote erreichte zum Jahresende 7 Prozent und war damit die dritthöchste, hinter Bremen (9,9) und Berlin (8,8).

Der Anstieg im Dezember sei für Mecklenburg-Vorpommern üblich und liege insbesondere an den Entwicklungen im Tourismus, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. In Vorpommern-Rügen etwa, einer der wichtigsten Tourismusregionen, sei die Zahl der Arbeitslosen um mehr als 10 Prozent gestiegen. Die zum Jahresausklang nochmals verschärften Corona-Schutzvorschriften machten Handel und Gastgewerbe zusätzlich zu schaffen. Vorpommern-Rügen wies mit 8,6 Prozent die landesweit höchste Arbeitslosenquote auf, der Landkreis Rostock Land mit 5 Prozent die niedrigste - noch unter dem Bundesdurchschnitt von 5,1 Prozent.

Doch hob Haupt-Koopmann auch hervor, dass die Arbeitslosenzahl im Nordosten niedriger war als im Dezember des Vorjahres, als 65.000 Menschen ohne Arbeit waren. Die Jugendarbeitslosigkeit sei erneut überdurchschnittlich gesunken, im Vorjahresvergleich um 15,7 Prozent auf 4900.

Zugleich verwies die Agenturchefin auf die Probleme der Wirtschaft infolge der Pandemie. So sei die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit anzeigten, kräftig gestiegen. Im Dezember hätten 869 Betriebe für 10 572 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Im November waren es 138 Betriebe und 1623 Beschäftigte. Als Schwerpunkte bei den Anzeigen im Dezember nannte Haupt-Koopmann Hotels und Gastronomie sowie den Einzelhandel. Den Erhebungen zufolge waren im September 8100 Beschäftigte in 1400 Betrieben tatsächlich in Kurzarbeit.

Kritisch sieht Haupt-Koopmann, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit 24.200 auch im Dezember wieder klar über dem Vorkrisenniveau von knapp 19 000 und auch über dem Wert vom Dezember 2020 lag. «Der kontinuierliche Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt eine zentrale Herausforderung aller Arbeitsmarktpartner.» Die Zahl der im Dezember gemeldeten offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen wurde mit 3400 angegeben.

Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte verwies auf die Hilfen von Bund und Land, mit denen der Wirtschaft geholfen werde, die Krise zu überstehen. «Es bleibt wichtig, Unternehmen, Solo-Selbstständige und Mitarbeitende zu unterstützen, um die Folgen der Pandemie so gut wie möglich abzudämpfen.» So würden die erhöhten Sätze des Kurzarbeitergeldes bis Ende März beibehalten, um die Einkommensverluste abzupuffern. «Zugleich werden die Unternehmen entlastet. So soll erreicht werden, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben», erklärte der SPD-Politiker. Das Land gewähre zudem weiter die Neustart-Prämie, von der bislang etwa 12 500 Beschäftigte profitiert hätten.

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