Deutschland liefert Ukraine Panzerhaubitzen

Die Ukraine wird mit zwölf hochmodernen Panzerhaubitzen ausgerüstet, um gegen die russischen Angreifer bestehen zu können. Davon kommen sieben aus Deutschland.

Deutschland wird der Ukraine sieben hochmoderne Panzerhaubitzen 2000 liefern, damit sich das Land gegen den russischen Angriff besser wehren kann. Dies kündigte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) bei einem Besuch in der Slowakei an, einem Nachbarland der Ukraine.

Die Waffensysteme sollen nicht aus dem Bestand der aktiven Truppe entnommen werden, sondern aus einer laufenden Instandsetzung. Lambrecht betonte: «Ich muss als deutsche Verteidigungsministerin darauf achten, dass die Bundeswehr nicht geschwächt wird.»

Eine Panzerhaubitze ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug, ähnlich einem Panzer. Lambrecht sprach von einer «besonderen Waffe», die als Teil eines Gesamtpakets mit Ausbildung und Munition sowie Beiträgen weiterer Nato-Partner bereitgestellt werde. Weitere fünf Haubitzen soll die Ukraine aus den Niederlanden bekommen. Die niederländische Verteidigungsministerin Kasja Ollongren sagte bei dem gemeinsamen Besuch mit Lambrecht: «Wir müssen uns der russischen Aggression entgegenstellen.»

Langer Streit um Waffenlieferungen

Die beiden Ministerinnen besuchten auf dem Militärflughafen Sliac Soldaten, die mit dem Flugabwehrsystem Patriot zur Verstärkung an die Nato-Ostflanke verlegt wurden. Um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gab es in Deutschland lange Streit.

Der Bundestag verabschiedete dazu schließlich einen gemeinsamen Antrag der regierenden Ampel-Parteien und der CDU/CSU-Opposition. Lambrecht hat auch eine Lieferung von Flugabwehrpanzern Gepard in Aussicht gestellt, von dem der Hersteller KMW noch 50 Stück im Bestand hat.

Mit Standardmunition erreicht eine Panzerhaubitze Schussentfernungen von 30 Kilometern. Mit sogenannter reichweitengesteigerter Munition sind nach Angaben der Bundeswehr sogar 40 Kilometer möglich. Die Besatzung kann demnach bis zu sechs Granaten so abfeuern, dass diese gleichzeitig einschlagen. «Die Panzerhaubitze 2000 ist eines der modernsten Artilleriegeschütze weltweit. Ihre Stärke liegt in ihrer Präzision und in ihrer großen Kampfentfernung», heißt es.

Praktiker erklären, dass die ukrainischen Truppen damit in Verbindung mit Aufklärungsergebnissen erhebliche Wirkungstreffer auf größere Entfernung erzielen könne. Befürworter von Lieferungen verweisen darauf, dass sich im Ukraine-Krieg Europas künftige Ordnung entscheiden könne. Ein russischer Sieg müsse deshalb verhindert werden. Andere warnen davor, dass Deutschland mit solchen Lieferungen in den Krieg hineingezogen werden könnte.

Lieferdatum noch offen

Wann genau die Ukraine die Haubitzen bekommt, blieb offen. Das Verteidigungsministerium in Berlin erklärte, sobald die Instandsetzung abgeschlossen sei, könnten sie geliefert werden. Parallel werde mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten begonnen, voraussichtlich kommende Woche. Das dauert etwa 40 Tage.

In der Slowakei ersetzen deutsche und niederländische Patriots ein Flugabwehrsystem S-300, das die Slowakei der Ukraine im April überlassen hat. Konkret schützen die Patriots nun den militärisch wichtigen Flugplatz mit einer zentralen Kommandostelle. Der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad betonte: «Das dient der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger, aber auch der Verteidigung der Nato-Ostflanke.»

Slowakische Oppositionsparteien werfen der Regierung wegen der zum Teil als Ringtausch organisierten Transaktionen «Hochverrat» vor. Sie drohen mit Verfassungsklagen und einem Misstrauensantrag gegen das gesamte Kabinett. Nad selbst hatte wochenlang Gerüchte von sich gewiesen, dass sein Land im Gegenzug für die Patriots ihr eigenes Flugabwehrsystem S-300 der Ukraine übergeben werde. Im April bestätigte er dann doch, das System sei verschenkt und auch schon geliefert worden.

Vor einer Woche kündigte Nad den nächsten Ringtausch an: Die Slowakei werde ihre Kampfflugzeuge des ebenfalls sowjetischen Typs MiG-29 der Ukraine verkaufen und ihren eigenen Luftraum dafür vom Nachbarland Polen schützen lassen. Auch die MiG hatte Nad noch vor kurzem als unverzichtbar bezeichnet, bis die Slowakei übernächstes Jahr F-16-Kampfjets aus den USA bekommt.

© dpa
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