Nach Rücktrittsforderungen: Frankfurter OB will sich äußern

24.05.2022 Gegen Frankfurts Oberbürgermeister ist Anklage wegen eines hinreichenden Tatverdachts der Vorteilsannahme erhoben. Nun ist Peter Feldmann zusätzlich negativ aufgefallen.

Während in Frankfurt gefeiert wurde, blamierte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa

Nach dem jüngsten umstrittenen Verhalten des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann hat dieser ein Statement angekündigt.

Der SPD-Politiker werde sich am Mittwochvormittag vor der Presse äußern, hieß es. Der 63-Jährige ist im Zusammenhang mit der sogenannten Awo-Affäre wegen Korruptionsverdachts angeklagt und war zudem in den letzten Tagen durch weitere Vorkommnisse aufgefallen. Am Montag hatte seine eigene Partei Feldmann aufgefordert, sein Amt niederzulegen. Zuvor hatten sich bereits Grüne, CDU, FDP und Volt für einen Rücktritt ausgesprochen.

Umstrittenes Video

Am Wochenende war ein Video im Internet aufgetaucht, in dem Feldmann auf dem Flug zum Europa-League-Finale nach Sevilla von Flugbegleiterinnen spricht, «die mich hormonell am Anfang erst mal außer Gefecht gesetzt haben».

Am vergangenen Donnerstag hatte das Stadtoberhaupt zudem auf der Pokalfeier für Irritationen gesorgt. Dort nahm er zunächst Eintracht-Frankfurt-Kapitän Sebastian Rode und Trainer Oliver Glasner den Pokal aus der Hand, um damit vorwegzuschreiten. Bei seiner Rede sprach der OB, der sich selbst als Eintracht-Fan bezeichnet, dann mehrere Namen der Spieler falsch aus. Feldmann selbst bedauerte sein Auftreten bei der Party, und auch für seinen Satz im Flugzeug entschuldigte er sich später.

Im März hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage wegen eines hinreichenden Tatverdachts der Vorteilsannahme erhoben. Feldmanns Frau soll als Leiterin einer Awo-Kita «ohne sachlichen Grund» ein übertarifliches Gehalt bezogen haben, wie es hieß. Zudem habe die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Feldmann im Wahlkampf 2018 durch Einwerbung von Spenden unterstützt. Im Gegenzug habe er die Interessen der Awo Frankfurt «wohlwollend berücksichtigen» wollen.

© dpa

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