Umfrage: Mehrheit für Lieferung schwerer Waffen

29.04.2022 Im März war noch ein großer Teil der Bevölkerung gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine, nun halten dies 56 Prozent für richtig. Allerdings sprechen sich auch 39 Prozent dagegen aus.

Unter anderem Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ Gepard werden nun in die Ukraine geliefert. Die Zustimmung in der Bevölkerung zu solchen Lieferungen stieg im Vergleich zum März deutlich. © Philipp Schulze/dpa

Mehr als die Hälfte der Bürger unterstützt laut einer Umfrage die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland an die Ukraine.

56 Prozent der Befragten finden die Lieferung etwa von Panzern richtig, 39 Prozent sprechen sich dagegen aus, wie aus dem aktuell veröffentlichten ZDF-«Politbarometer» der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht.

Im März hatten sich bei der Befragung noch fast zwei Drittel der Menschen (63 Prozent) gegen die Lieferung schwerer Waffen ausgesprochen und lediglich ein Drittel dafür (31 Prozent). Die übrigen Befragten antworteten jeweils mit «weiß nicht». Anhänger der Linken und der AfD sprechen sich in der aktuellen Umfrage mit 72 Prozent und 56 Prozent auch weiterhin überwiegend dagegen aus.

Flugabwehrpanzer werden als erstes geliefert

Der Bundestag stimmte gesterm mit großer Mehrheit der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine zu. Die Bundesregierung hatte zuvor die Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern der deutschen Rüstungsindustrie genehmigt. Sie sind die ersten schweren Waffen, die direkt aus Deutschland in die Ukraine geliefert werden. Vor dem Ukraine-Krieg galt der Grundsatz, keine Waffen in Krisengebiete abzugeben.

Mit der Lieferung solcher Waffen durch Deutschland und andere Nato-Staaten befürchten insgesamt 59 Prozent der Befragten eine höhere Gefahr eines russischen Angriffs auf westliche Staaten. Die Unterstützung für die Ukraine durch die deutsche Bundesregierung bewerten 50 Prozent der Menschen als gerade richtig. 32 Prozent und damit etwas weniger (März: 37 Prozent) halten die Unterstützung für zu gering, 13 Prozent (März: 7 Prozent) für zu viel.

43 Prozent finden Scholz Arbeit "eher schlecht"

Das Ansehen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in der Krise seit März deutlich gelitten: Nach 72 Prozent im März bescheinigten ihm bei der Umfrage in dieser Woche nun nur noch 49 Prozent gutes Handeln in der Ukraine-Krise. 43 Prozent der Befragten fanden, dass Scholz seine Arbeit eher schlecht mache (März: 19 Prozent). Die Arbeit von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bewerten dagegen 70 Prozent der Befragten als eher gut, 24 Prozent als eher schlecht.

© dpa

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