Hilfsbereitschaft für Geflüchtete hat leicht nachgelassen

Seit der Invasion Russlands in die Ukraine sind Millionen aus ihrer Heimat geflohen - Hunderttausende davon nach Deutschland. Wie sieht es nach rund einem halben Jahr Krieg mit der Hilfsbereitschaft aus?
Aus der Ukraine geflüchtete Menschen sind in der Kreissporthalle in Radolfzell am Bodensee untergebracht. © Felix Kästle/dpa

Der russische Angriff auf die Ukraine hat in Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, die bis heute anhält. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim). Die Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und sich auf zwei repräsentative Umfragen stützt, zeigt allerdings auch, dass die Bereitschaft, Geflüchtete aus der Ukraine zu unterstützen, seit den ersten Kriegstagen etwas nachgelassen hat.

War Anfang März noch mehr als jeder Vierte (27 Prozent) bereit, geflüchtete Menschen aus der Ukraine vorübergehend im eigenen Zuhause aufzunehmen, so sank der Anteil derjenigen, für die das denkbar wäre, später auf 17 Prozent.

Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, konnte sich im Sommer immerhin noch fast jeder Zweite (47 Prozent) vorstellen, sich ehrenamtlich für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu engagieren. Im März waren es laut Dezim noch 58 Prozent.

Leicht gesunken ist auch die Bereitschaft, für Geflüchtete aus der Ukraine Geld zu spenden. Im März waren noch 69 Prozent der Befragten dazu bereit. Im Sommer lag die Spendenbereitschaft bei 58 Prozent. Allerdings hatte sich zwischen der ersten Befragung Anfang März und der zweiten Umfrage - zwischen Ende Juni und Anfang August - die Lage der Geflüchteten verändert. Während Ukraine-Flüchtlinge anfangs Anspruch auf Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz hatten, erhalten sie seit Juni Grundsicherung, also die gleichen Leistungen wie etwa Hartz-IV-Empfänger.

Selbst eingewanderte Menschen besonders hilfsbereit

Die Befragung habe gezeigt, dass die Bereitschaft, Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine durch ehrenamtliche Tätigkeit oder die private Aufnahme zu helfen, unter Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung liege, teilte das Dezim mit. Etwas unter dem Durchschnitt lag den Angaben zufolge bei dieser Gruppe, die Bereitschaft, Geld für die geflüchteten Menschen zu spenden. Dies könne womöglich mit den geringeren Einkommen der Eingewanderten zusammenhängen, heißt es in der Studie.

Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, Flüchtlinge aus der Ukraine im eigenen Zuhause aufzunehmen, konstatierten die Forscher bei Menschen, die angaben, sich mit den Grünen oder der Linkspartei zu identifizieren. Unterdurchschnittlich war die Bereitschaft, den Kriegsflüchtlingen in den eigenen vier Wänden Platz zu machen, laut Studie bei Menschen, die sich mit der AfD oder mit keiner Partei identifizieren.

© dpa
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