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Terroralarm: Verdächtiger war am Kölner Dom

Der in Wesel in Gewahrsam genommene Tadschike soll am Kölner Dom gewesen sein - um ihn als Anschlagsziel auszuspähen, vermuten Sicherheitskreise.
Polizei am Kölner Dom
Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Kölner Dom. © Oliver Berg/dpa

Der im Zusammenhang mit dem Terroralarm im niederrheinischen Wesel festgesetzte 30-jährige Tadschike steht im Verdacht, den Kölner Dom ausgespäht zu haben. «Man weiß, dass er vor Ort war», hieß es aus Sicherheitskreisen. Bei dem anderen Ziel der Gruppe, zu der der 30-Jährige in Verbindung gebracht wird, soll es sich um den Stephansdom in Wien handeln.

Die Sicherheitskreise vermuten, dass es sich bei der Gruppe um eine Terrorzelle des Islamischen Staats handeln könnte, genauer seines regionalen Ablegers «Provinz Khorasan» (ISPK), der in Afghanistan in Konkurrenz zu den islamistischen Taliban steht. Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» entsprechend berichtet.

Dass der in Gewahrsam genommene 30-Jährige auch Kontaktmann zu einer im Juli festgenommenen mutmaßlichen Terrorzelle des IS gewesen sein soll, wie die Kölner Zeitung berichtet, bestätigten die Sicherheitskreise zunächst nicht. Für die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen sei der 30-Jährige ein unbeschriebenes Blatt gewesen. «Er war uns nicht bekannt», hieß es.

Anschlag auf Kölner Dom an Silvester?

Die Polizei hatte in Wesel an Heiligabend eine Wohnung mit Spezialeinheiten durchsucht und fünf Männer in Gewahrsam genommen. Während vier von ihnen wieder auf freien Fuß gekommen seien, nahmen die Einsatzkräfte den 30 Jahre alten Tadschiken «zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam». Das Verwaltungsgericht in Oberhausen bestätigte den bis 7. Januar verhängte Langzeitgewahrsam für den 30-Jährigen als zulässig.

Die Sicherheitsbehörden hatten Hinweise auf einen möglichen Anschlagsplan einer islamistischen Gruppe erhalten, die sich auf Silvester bezogen. In Österreich waren bei Ermittlungen gegen ein islamistisches Netzwerk vier Personen festgenommen worden.

Mehrere Festnahmen in der Vergangenheit

Bereits im vergangenen Juli hatte die Bundesanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle aufgedeckt und sieben Verdächtige festnehmen lassen. Den ebenfalls vor allem aus Tadschikistan stammenden Männern wird vorgeworfen, in Deutschland Anschläge geplant und die Terror-Organisation Islamischer Staat unterstützt zu haben. Sie sollen ebenfalls Mitglieder des IS-Ablegers «Islamischer Staat Provinz Khorasan» (ISPK) sein.

Bereits 2019 hatten tadschikische IS-Terroristen in Neuss bei Düsseldorf geplant, einen Islamkritiker zu ermorden. Weil einige von ihnen von der Polizei schon länger überwacht worden waren, konnten Spezialkräfte den Mordanschlag verhindern.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte fünf Männer aus Tadschikistan 2022 zu Gefängnisstrafen zwischen knapp vier und neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Tadschiken waren 2015 nach Deutschland gekommen und hatten 2019 eine Terrorzelle des IS gegründet. Der Bundesgerichtshof hatte ihre Verurteilung in diesem Jahr bestätigt.

© dpa
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