Warnstreiks in Kitas und in der Sozialarbeit nach dem 1. Mai

Rund 300.000 Fachkräfte würden allein in den Kitas bis 2025 fehlen. Verdi macht auf Missstände in den Sozialberufen aufmerksam und fordert zum Streik auf.
Ab dem 2. Mai sind Beschäftigte aus den Sozial- und Erziehungsberufen zu Warnstreiks aufgerufen. Im Tarifkonflikt gibt es bisher noch keine Einigung. © Ole Spata/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt der Sozial- und Erziehungsberufe die Beschäftigten für Anfang kommender Woche bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind zum Beispiel Kitas, Schulhorte, aber auch die Behindertenhilfe.

Damit soll der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde am 16. und 17. Mai in Potsdam erhöht werden, teilt die Gewerkschaft in Berlin mit. Die Tarifverhandlungen für die rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst waren am 22. März ergebnislos vertagt worden.

Verdi: Enttäuschung über Arbeitgeber sei «massiv»

In den vergangenen Wochen hatte es bereits zahlreiche regionale Arbeitsniederlegungen gegeben. «Die Enttäuschung über die Haltung der Arbeitgeberseite, die ein konkretes Angebot bisher verweigert hat, ist massiv», sagt die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Am Montag (2.5.) sollen daher die Beschäftigten der Sozialarbeit, am Mittwoch (4.5.) die in Kitas und dem schulischen Ganztag und am Donnerstag (5.5.) die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe in den Streik gehen.

Bis zum Jahr 2025 fehlten allein in den Kitas rund 300.000 Fachkräfte, sagt Behle mit Bezug auf Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts. In der Sozialarbeit und in der Behindertenhilfe sei die Situation nicht besser. Während der Corona-Pandemie habe sich der Fachkräftemangel noch weiter zugespitzt: «Der Arbeitsdruck wird in den sozialen Berufen immer stärker.»

Bessere Bezahlung und attraktivere Bedingungen

Verdi führt die Verhandlungen gemeinsam mit dem Beamtenbund dbb, auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten neben einer besseren Bezahlung auch attraktivere Arbeitsbedingungen - beispielsweise mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung von Erziehungsarbeit. Die Tarifpartner hatten die Verhandlungen im Februar nach knapp zweijähriger Pandemiepause wieder aufgenommen.

© dpa
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