Bundeswehr bekommt territoriales Führungskommando

Das Verteidigungsministerium will Entscheidungen wie im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine, der Corona-Krise oder der Flutkatastrophe künftig schneller treffen. Dazu soll die Führungsstruktur im Inland gebündelt werden.
Leiter des Aufbaustabes und erster Befehlshaber soll Generalmajor Carsten Breuer werden. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Als Konsequenz aus dem russischen Einmarsch in die Ukraine, der Corona-Krise und der Flutkatastrophe bekommt die Bundeswehr zum 1. Oktober ein territoriales Führungskommando.

Bislang sei die operative Führung der Kräfte im Inland über viele Bereiche verteilt gewesen - nun werde sie in Berlin gebündelt und unmittelbar dem Verteidigungsministerium unterstellt, teilte Ministerin Christine Lambrecht (SPD) mit. Leiter des Aufbaustabes und erster Befehlshaber soll Generalmajor Carsten Breuer werden, der zuletzt auch den Corona-Krisenstab im Kanzleramt führte.

Zwei Führungskommandos für unterschiedliche Aufgaben

Der russische Einmarsch in die Ukraine habe die Notwendigkeit unterstrichen, die Führungsorganisation der Streitkräfte verstärkt auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten, teilte das Ministerium mit. Das neue Kommando wird unter anderem verantwortlich für die operative Führung nationaler Kräfte im Rahmen des Heimatschutzes einschließlich der Amts- und Katastrophenhilfe sowie der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Es soll von März 2023 an einsatzbereit sein.

Das Kommando wird wesentliche Aufgaben bei der Führung der Streitkräfte in Deutschland übernehmen, während das Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam die Auslandseinsätze führt. Die Bundeswehr wird dann zwei Führungskommandos für unterschiedliche Aufgaben haben. Mit der Umorganisation folgt das Ministerium auch den Erkenntnissen aus der Arbeit des Corona-Krisenstabes, dass im Kanzleramt in besonderen Situationen rasch ein Krisenstab mit der Arbeit beginnen kann.

«Schnelle Bereitstellung» von Kräften für nationalen Krisenstab

«Mit dem neuen Kommando können wir über die rein militärischen Aufgaben hinaus sehr schnell die nötigen Kräfte für einen nationalen Krisenstab bereitstellen» - etwa im Falle von Hochwasserkatastrophen oder wie in der Covid-Pandemie, teilte Lambrecht mit. Das Kommando soll auch für nationale Verlegungen im Zusammenhang mit dem Planungen der Nato zur Landes- und Bündnisverteidigung zuständig sein. Außerdem werde es in Abstimmung mit der Nato die Verlegung alliierter Kräfte durch Deutschland organisieren. Mit dem neuen Kommando soll eine nationale territoriale Führungsfähigkeit über das gesamte Themenspektrum Frieden, Krise und Krieg hergestellt werden.

Das Kommando geht hervor aus dem bisher von Breuer geführten Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, das für die zivil-militärische Zusammenarbeit in Deutschland zuständig ist. Dieses wird verstärkt durch Personal aus dem in Bonn ansässigen Kommando Streitkräftebasis. Um die Fähigkeiten bei der Truppe im Zusammenhang mit dem deutschen Beitrag zur Erfüllung der Nato-Bündnisverpflichtungen zu stärken, soll es 1000 Dienststellen für ein zusätzliches Logistik-Bataillon geben. Zudem sind 700 Dienststellen für zwei zusätzliche Kompanien zur ABC-Abwehr sowie 200 Stellen für eine zusätzliche Feldjäger-Kompanie vorgesehen.

© dpa
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