Rund 1800 Menschen erhalten abgelaufenen Biontech-Impfstoff

11.01.2022 Panne in Oberbayern: Dort wurden Anfang Januar Vakzin-Dosen mit Ablaufdatum 31. Dezember verimpft. Die Betreiberfirma spricht von menschlichem Versagen - und entlässt zwei Beschäftigte.

Eine Mann bekommt eine Impfung gegen das Coronavirus (Symbolbild). Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In einem Impfzentrum in Oberbayern sind Anfang des Jahres abgelaufene Dosen des Biontech-Impfstoffs verabreicht worden. Betroffen seien rund 1800 Menschen, sagte der Geschäftsführer der Betreiberfirma Tresec, Liam Klages, auf Anfrage.

Die Betroffenen seien zwischen dem 4. und dem 6. Januar im Impfzentrum in Ebersberg, in der Außenstelle Poing oder von einem mobilen Team geimpft worden. Das Verfallsdatum der Dosen mit der Charge SDEJ8 sei bereits zum 31. Dezember abgelaufen.

Das bayerische Gesundheitsministerium teilte unterdessen mit, aktuell sei bayernweit ein weiterer Fall bekannt geworden. Details nannte das Ministerium nicht. «Zuständig für das betroffene Impfzentrum ist die Regierung von Oberbayern», sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Ebersberger Betreiberfirma schloss nach der Impfung mit dem wenige Tage zuvor abgelaufenen Vakzin gesundheitliche Schäden oder nachträgliche Auswirkungen aus. Auch eine reduzierte Wirksamkeit des Impfstoffs bei ansonsten ordnungsgemäßer Lagerung und Handhabung sei nicht zu erwarten und in ähnlichen Fällen andernorts nicht aufgetreten.

Betroffene können Antikörper bestimmen lassen

Die Firma sprach von menschlichem Versagen und entließ zwei Beschäftigte. Sie hätten eine Dienstanweisung nicht korrekt ausgeführt, mit der das Verfallsdatum nach Entnahme aus der Tiefkühllagerung errechnet werde. In Zukunft werde man die Etikettierung und Lagerhaltung noch enger überwachen und stehe in engem Kontakt mit dem Hersteller und den Behörden.

Betroffene können im Impfzentrum kostenlos ihre Antikörper bestimmen lassen und sich gegebenenfalls erneut impfen lassen. Zudem habe man eine Hotline eingerichtet.

Einen ähnlichen Fall hatte es auch in Köln gegeben. Nach Mitteilung der Stadt schloss das Paul-Ehrlich-Institut im hessischen Langen Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit nicht aus, ging aber nicht von einen Komplettverlust des Wirkstoffs aus.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Musik news

Mit 74 Jahren: US-Rockmusiker Meat Loaf gestorben

Sport news

Australian Open: Tennisstar Zverev löst nächste Pflichtaufgabe in Melbourne

Auto news

Sprit aus Strom und Pflanzen: Was Biokraftstoffe für das Klima leisten können

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher wenig gefüllt: Ist die Versorgung gefährdet?

Tv & kino

Erfolgsserie: «Squid Game» bekommt zweite Staffel

Musik news

Crisis of Faith: Billy Talent: «Wir sind als Menschen gewachsen»

Internet news & surftipps

Internet: EU-Parlament findet Position zu Gesetz für digitale Dienste

Internet news & surftipps

Datenschutz: Polizei nutzt Corona-Kontakterfassungsdaten für Ermittlungen

Empfehlungen der Redaktion

Regional bayern

Rund 200 Impfungen mit abgelaufenem Vakzin in Ingolstadt

Panorama

Südafrika: Deutsche infizieren sich trotz Booster mit Omikron

Panorama

Corona: Labortests: Immunreaktion bei Omikron-Variante schwächer

Regional rheinland pfalz & saarland

Daten von Biontech: Booster nötig für Schutz vor Omikron

Panorama

Die Hersteller: Diese Corona-Impfstoffe machen Hoffnung

Panorama

Coronavirus: Südafrika: Deutsche trotz Booster mit Omikron infiziert

Wirtschaft

Impfstoff zahlt sich aus: Biontech mit deutlichem Gewinn- und Umsatzsprung

Inland

Impfkampagne: Spahn: Genug Impfstoff für alle - Werben für Moderna