Proteste gegen Corona-Maßnahmen und Gegendemonstrationen

08.02.2022 Die Diskussion um Corona-Lockerungen läuft auf Hochtouren. Begleitet wird sie erneut von Protesten gegen die Beschränkungen. Einige Menschen wollen den Maßnahmen-Gegnern aber nicht das Feld überlassen.

In vielen deutschen Städten sind erneut zahlreiche Menschen im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Dabei blieb es nach Angaben der Polizei größtenteils friedlich.

In Thüringen demonstrierten insgesamt rund 23.000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. In Gera, Gotha und Altenburg kamen demnach jeweils rund 2000 Menschen zusammen. Die Proteste richteten sich entweder gegen die Corona-Politik oder die Maßnahmen-Gegner. Größere Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Lediglich in Jena habe bei einer Blockade eines Aufzugs Pfefferspray eingesetzt werden müssen, teilte die Polizei mit. Die meisten der 93 Versammlungen seien nicht angemeldet gewesen.

Mehrere Tausend Menschen gingen auch in Sachsen auf die Straße. Alleine in den Landkreisen Görlitz und Bautzen waren es insgesamt rund 13.900 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Dort seien die Versammlungen weitestgehend friedlich verlaufen. In Dresden wurde gegen drei Personen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, die Teil einer Gruppe waren, die sich gegen den Protestzug von Gegnern der Corona-Politik auf die Straße stellte. Zudem sind in Leipzig laut Polizei Maßnahmen-Kritiker und Teilnehmer des Gegenprotests aneinandergeraten. Die Polizei hat den Angaben nach Ketten gebildet und so eine Eskalation verhindert.

Demos in Bayern - Zahlreiche Gegenaktionen

In Bayern protestierten landesweit weit mehr als 10.000 Menschen bei etwa 200 Versammlungen, wie eine Umfrage bei den Polizeipräsidien ergab. «Alles friedlich», hieß es am Abend. Teils habe es aber Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben. In Nürnberg demonstrierten rund 4500 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, in Ansbach berichtete die Polizei von rund 3000 Teilnehmern. In Bamberg nahmen rund 1000 Menschen an einer Demonstration gegen «Verschwörungsmythen und rechte Hetze» teil. Auch andernorts gab es ähnliche Demonstrationen mit allerdings deutlich weniger Teilnehmern.

In Mecklenburg-Vorpommern kamen nach Angaben der Polizei rund 8000 Teilnehmer zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen zusammen, etwas weniger als in den Vorwochen. Insgesamt sicherte die Polizei dort Aktionen in rund 25 Städten ab. Bei fast allen Protestveranstaltungen wurde besonders die bereits beschlossene Impfpflicht für Menschen in Gesundheitsberufen sowie eine mögliche allgemeine Impfpflicht kritisiert. «Wir arbeiten mit Herz, nicht mit Impfpflicht», stand auf Transparenten in Neubrandenburg. In zahlreichen Städten kam es zu Gegenaktionen.

Auch in Baden-Württemberg demonstrierten Tausende gegen die Corona-Politik. In Pforzheim meldete ein Polizeisprecher rund 2500 Demonstranten, in Mannheim nahmen rund 1000 Menschen teil.

In Brandenburg gingen laut Polizei Hunderte Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straßen. In Bernau (Barnim) wurden dabei ein Polizist und ein 57 Jahre alter Demonstrant leicht verletzt. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Beamte, der einen Weg versperren wollte, geschubst.

Gedenken an Corona-Tote in Wolfsburg

Tausende Menschen waren auch auf den Straßen in Niedersachsen unterwegs - überwiegend aus Protest gegen die Coronamaßnahmen. In Hannover bewegten sich die Teilnehmerzahlen nach ersten Schätzungen der Polizei am Abend im dreistelligen Bereich. Vor dem Rathaus in Wolfsburg versammelten sich unterdessen rund 180 Menschen zum Gedenken an die Corona-Toten. Am Ende bildeten sie gemeinsam eine Menschenkette auf dem Rathausplatz.

Demonstrationen gab es auch in Sachsen-Anhalt. An einem Protestzug in Halle beteiligten sich laut Polizei rund 3000 Menschen. In Magdeburg löste die Polizei eine Versammlung mit rund 850 Demonstranten auf. Mit Sperren wurde laut Polizei der versuchte Marsch durch die Innenstadt begrenzt und Durchbruchsversuche verhindert.

In Lübeck (Schleswig-Holstein) beteiligten sich laut Polizei rund 3500 Menschen an einem Protest gegen die Beschränkungen. Rund 350 Menschen bildeten demnach gleichzeitig eine Menschenkette rund um das Rathaus, um wiederum gegen Impfgegner und Corona-Leugner zu protestieren.

© dpa

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