Corona-Zahlen an Schulen steigen - Kinderimpfung empfohlen

09.12.2021 Auch an den Schulen steigen die Corona-Zahlen. Die Kultusminister der Länder beraten. Nun werden Impfungen zunächst nur für Kinder mit Vorerkrankungen und mit Kontakt zu Risikopatienten empfohlen.

Ein Schüler bekommt eine Impfspritze in den Arm. (Archivbild). Foto: Christian Modla/ZB/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Corona-Impfungen von Kindern unter zwölf Jahren in Deutschland rücken näher - allerdings noch nicht im ganz großen Umfang. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung zunächst nur bei Vorerkrankungen und für Kinder mit Kontakt zu Risikopatienten, wie sie mitteilte.

Gesunde Fünf- bis Elfjährige sollen aber auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung auch geimpft werden können, hieß es weiter. Aktuelle Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) zeigen unterdessen einen weiteren Anstieg von Corona-Infektionen an Schulen. Einer von 40 Schülern war demnach zuletzt direkt oder indirekt von Corona betroffen, entweder durch eigene Infektion oder durch Quarantänemaßnahmen.

Die Kultusministerinnen und -minister berieten am Donnerstag über die Lage. Erwartet wurde, dass sie ihre Position bekräftigen, die Schulen trotz angespannter Lage offenzuhalten. Ergebnisse sollen an diesem Freitag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Die künftige Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU), sagte im Deutschlandfunk, das Schulsystem schlage sich «wacker» in dieser Situation.

Keine finale Empfehlung

Die Empfehlung der am Robert Koch-Institut angesiedelten Stiko zur Kinderimpfung ist noch nicht die finale Empfehlung. Es läuft noch ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern. Änderungen seien noch möglich. Zur Begründung, warum es keine allgemeine Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige geben soll, hieß es, dass die meisten Infektionen in dieser Altersgruppe «asymptomatisch» verliefen. Kinder ohne Vorerkrankungen hätten derzeit ein geringes Risiko für schweres Covid-19. Hinzu komme, dass das Risiko seltener Nebenwirkungen der Impfung auf Grund der eingeschränkten Datenlage für diese Altersgruppe derzeit nicht eingeschätzt werden könne.

«Die Datengrundlage für eine generelle Empfehlung ist im Augenblick aus Sicht der Stiko nicht gegeben», sagte Stiko-Chef Thomas Mertens der Deutschen Presse-Agentur. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, begrüßte die Entscheidung. Eine eingeschränkte Impfempfehlung für Kinder mit bestimmten chronischen Erkrankungen sei «vernünftig», sagte er der «Rheinischen Post»

Die Stiko wies aber darauf hin, dass gesunde Kinder trotzdem geimpft werden könnten, wenn das von Eltern und Kindern gewünscht wird. Das wäre auch so schon möglich, denn der niedriger dosierte Kinder-Impfstoff von Biontech ist bereits von der EU-Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Jedoch gelten die Impfempfehlungen der Stiko als medizinischer Standard und sind für viele Ärzte eine wichtige Richtschnur.

Drosten rät zur Impfung

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, zeigte sich «froh über diese Entscheidung». Den ARD-«Tagesthemen» sagte er, er könne «wirklich nur raten, die Kinder impfen zu lassen», wegen des Schulbetriebs, aber auch wegen der eigenen Erkrankung und mit einer «Vorsichtsüberlegung», falls es sich bewahrheiten sollte, dass die Erkrankungen bei Kindern durch die neue Virusvariante Omikron schwerer seien, wie es jetzt in Südafrika gesehen werde.

In der nächsten Woche soll die Auslieferung des Impfstoffs für Kinder beginnen. In einer ersten Lieferung werden in Deutschland 2,4 Millionen Dosen erwartet. Damit werde man bei rund 4,5 Millionen Kindern in dieser Altersklasse die Erstnachfrage gut beantworten können, hatte der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im November gesagt.

Zahlen an Schulen steigen

Die Zahl der bekannten Corona-Infektionen bei Schülerinnen und Schülern lag nach am Donnerstag bekanntgegebenen Daten der KMK in der Woche vom 29. November bis 5. Dezember bei 103.000. Das waren rund 10.000 mehr als in der Vorwoche. Leicht zurückgegangen auf rund 150.000 ist die Zahl der Schüler, die darüber hinaus in Quarantäne waren (Vorwoche 152.000). Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. An rund 1500 Schulen gab es demnach in der vergangenen Woche Einschränkungen im Präsenzbetrieb (unverändert zur Vorwoche). Geschlossen waren 86 Schulen (Vorwoche 140).

Das Infektionsgeschehen in den Bundesländern sei sehr unterschiedlich und damit auch an den Schulen, sagte Prien. «Insgesamt würde ich aber sagen, Schulen gehen sehr routiniert und professionell mit der Situation um.» Eine Verlängerung von Weihnachtsferien lehnte sie ab. Am Ende sei eine Ferienverlängerung nichts anderes als eine flächendeckende Schulschließung.

«Wir haben alle miteinander entschieden, dass es von entscheidender Bedeutung ist, dass Kinder und Jugendliche in Präsenz in die Schule gehen können», sagte sie. Brandenburg und Sachsen-Anhalt hatten beschlossen, ihre Weihnachtsferien angesichts der Lage um ein paar Tage vorzuverlegen. Prien soll zum Jahreswechsel das Amt der KMK-Präsidentin von der brandenburgischen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) übernehmen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Bundesliga: Mäzen Hopp kritisiert TSG-Team: «Inakzeptabel, peinlich»

People news

Autor: Don Winslow kämpft gegen Donald Trump

Musik news

Tourstart: Pyrotechnik gegen Gewitter - Rammstein zurück auf der Bühne

People news

Königshaus: Bericht: Mitglieder der Royals beherbergen Flüchtlinge

Internet news & surftipps

Brasilien: Musk trifft Bolsonaro: Satelliten-Internet für Amazonas

Auto news

Preis runter, Fahrer munter?: Der Tankrabatt kommt: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Handy ratgeber & tests

Featured: iOS 15.6: Alle Infos zum iPhone-Update

Reise

Bundesrat macht Weg frei: 9-Euro-Tickets für Busse und Bahnen kommen zum 1. Juni

Empfehlungen der Redaktion

Regional sachsen anhalt

Corona-Impfungen für Kinder können beginnen

Panorama

Corona-Pandemie: Kinderärzte: Stiko-Empfehlung angemessen

Regional hamburg & schleswig holstein

Prien für «niedrigschwellige» Kinder-Impfangebote

Regional berlin & brandenburg

Kinderimpfungen sollen diese Woche in Brandenburg beginnen

Regional hessen

Mehr als 35 000 Kinderimpfungen in Hessen

Regional niedersachsen & bremen

Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen für Kinder wächst

Regional bayern

Holetschek begrüßt Stiko-Empfehlung zu Kinderimpfung

Inland

Bildung: Corona-Lage an Schulen - Gesprächsangebot an Schüler