Ramelow erwartet durch Novavax mehr Impfungen im Osten

21.12.2021 Der neue Impfstoff des Herstellers Novavax könnte für Impfskeptiker, von denen es gerade in Ostdeutschland viele gibt, eine Alternative sein. Das zumindest hofft Thüringens Ministerpräsident Ramelow.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Ungeimpfte mit Misstrauen gegenüber mRNA-Impfstoffen dazu aufgerufen, den neu zugelassenen Novavax-Impfstoff zu nutzen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hofft, dass nach der Zulassung von Novavax in Ostdeutschland die Impfzurückhaltung sinkt.

Bisher nicht geimpfte Bürger könnten sich jetzt entscheiden, «ob sie sich wirklich gemein machen wollen mit Gewalt und Einschüchterungen und ob sie echte Alternativen haben möchten zu den bisherigen Impfstoffen. Wer wirklich ein anderes Impfmittel wollte, bekommt mit Novavax endlich ein neues Angebot», erklärte Ramelow am Dienstag. Der Linke-Politiker appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen.

Er reagierte damit auf die EU-Zulassung des Impfstoffs des US-Herstellers Novavax. Es ist der fünfte Corona-Impfstoff mit EU-Zulassung. Das Präparat von Novavax könnte für Impfskeptiker eine Alternative sein, da es auf einer anderen Technologie beruht als die zuvor zugelassenen Impfstoffe.

Warten auf «Totimpfstoff»

Bei seinen Gesprächen in Thüringen höre er immer wieder, dass Menschen auf Impfstoffe warteten, die landläufig «Totimpfstoffe» genannt würden, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten ein gewisses Misstrauen gegenüber mRNA- oder Vektor-Impfstoffen. «Innerhalb der bisherigen Impfgegner sind Menschen, die wir jetzt erreichen können», glaubt er.

In Thüringen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von am Dienstag 776,9 sind derzeit knapp 65 Prozent der Menschen zweimal geimpft, etwa 28 Prozent von ihnen haben inzwischen eine Booster-Impfung erhalten.

Der Impfstoff von Novavax wird in zwei Dosen im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Er ist den Studien zufolge mit einem Infektionsschutz von etwa 90 Prozent hochwirksam. Wie gut er allerdings bei der sehr ansteckenden Omikron-Variante wirkt, ist noch unklar.

© dpa-infocom GmbH

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