Städtetag fordert Flüchtlingsgipfel: Zu wenige Schlafplätze

Der Städtetag rechnet in den Wintermonaten mit einem Zuwachs von Geflüchteten aus der Ukraine und anderen Herkunftsländern. Über die Verteilung und die Kostenerstattung ist nun ein Streit entbrannt.
Städtetag-Präsident Marcus Lewe macht auf Probleme in der Unterbringung von Flüchtlingen aufmerksam. © Wolfgang Kumm/dpa

Der Deutsche Städtetag hat die Bundesregierung angesichts von Engpässen bei der Unterbringung aufgefordert, so schnell wie möglich einen neuen Flüchtlingsgipfel mit Ländern und Kommunen einzuberufen. Dort müsse dann über eine faire Verteilung gesprochen werden, sagte der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), der dpa.

Dringenden Gesprächsbedarf gebe es zudem mit Blick auf die notwendige Erhöhung der Aufnahmekapazitäten der Länder sowie zu der Frage einer angemessenen Kostenerstattung.

Aus Sicht des Städtetages ist es alarmierend, dass sich immer mehr Bundesländer für die Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge sperren lassen. Dadurch funktioniere die Verteilung der Flüchtlinge nicht mehr, sagte Lewe. Wichtig sei, dass der Bund hier rasch koordinierend eingreife. Derzeit haben nach Auskunft des Bundesinnenministeriums 9 der 16 Bundesländer eine Sperre im Erstverteilungssystem aktiviert.

Schlechte Aussichten für die Wintermonate

Der Städtetag rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine mit Beginn der kalten Jahreszeit steigen wird. Zudem sei absehbar, dass manche Ukrainerinnen und Ukrainer, die bereits in Deutschland seien, nicht länger in privaten Haushalten bleiben könnten und dann staatlich untergebracht werden müssten.

Gleichzeitig steige die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge aus anderen Herkunftsländern. Lewe prognostizierte: «Im kommenden Winter werden etliche Städte Geflüchtete wieder in Hotels, Turnhallen oder anderen Einrichtungen unterbringen müssen.» Auch die Plätze in Schulen und Kitas reichten absehbar nicht aus.

Der Präsident des Städtetages erinnerte zudem an «das Versprechen von Bund und Ländern aus dem April, die Kostenerstattung bei steigendem Bedarf zu überprüfen und anzupassen». Im April hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ab dem 1. Juni staatliche Grundsicherung erhalten, also die gleichen Leistungen wie etwa Hartz-IV-Empfänger.

Bei einem Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt am 24. April, an dem auch die kommunalen Spitzenverbände beteiligt gewesen waren, ging es vor allem um Schulplätze und zusätzliche Anstrengungen für eine bessere Integration der Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine geflohen sind.

© dpa
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