Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Maaßen: Werteunion geht Schritte zur Parteigründung

Gegen Werteunion-Chef Hans-Georg Maaßen läuft ein Parteiausschlussverfahren der CDU. Nun plant er offenbar, mit seiner Werteunion eine eigene Partei zu gründen. Bald sollen erste Weichen gestellt werden.
Hans-Georg Maaßen
Hans-Georg Maaßen ist Chef der Werteunion. © Martin Schutt/dpa

Der frühere Verfassungsschutzpräsident und CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen bereitet nach eigenen Angaben die Gründung einer neuen Partei vor. Über Schritte dorthin könnten die Mitglieder des konservativen Vereins Werteunion am 20. Januar entscheiden, teilte Maaßen der Deutschen Presse-Agentur mit. Er sprach von einer Abspaltung von CDU und CSU. Die neue Partei könnte bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland im September antreten, erklärte Maaßen. Über die Pläne hatte zunächst t-online berichtet.

Nach dem «Bündnis Sahra Wagenknecht», das nächste Woche als Partei starten will, könnte demnach eine zweite neue Formation in diesem Jahr das Parteiengefüge in Deutschland aufmischen. Beide Formationen zielen auch darauf, der AfD Stimmen abzunehmen. Allerdings ist es für neue Parteien relativ schwer, sich bundesweit aufzustellen und über längere Zeit zu etablieren. Sie müssen dazu Landesverbände gründen und entsprechend viele Mitglieder und Funktionäre haben.

Verein mit 4000 Mitgliedern

Nach eigenen Angaben hat die Werteunion rund 4000 Mitglieder. Maaßen ist seit etwa einem Jahr der Vorsitzende. Der 61-jährige Maaßen ist CDU-Mitglied, doch läuft gegen ihn ein Ausschlussverfahren.

Nach seinen Angaben könnte die Parteigründung so ablaufen: Bei der Mitgliederversammlung der Werteunion am 20. Januar in Erfurt könnte über eine Übertragung des Namensrechts auf eine neu zu gründende Partei namens WerteUnion entschieden werden. Der bisherige Verein Werteunion soll demnach zu einem Förderverein werden, «der das Ziel verfolgt, konservative Politik in Deutschland zu unterstützen», wie Maaßen schrieb.

«Sofern die Mitgliederversammlung diesen weitreichenden Änderungen zustimmen wird, wäre dies der erste Schritt zu einer Abspaltung der Werteunion von CDU und CSU», erklärte Maaßen.

Die Werteunion stand CDU und CSU lange nahe, ist aber keine Parteigruppierung. Sie gilt als besonders konservativ und übte an der CDU-Linie unter der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel teils scharfe Kritik.

Neue Partei will «Politikwende»

Maaßen schrieb, die Mitglieder der Werteunion seien mit CDU und CSU «über teilweise jahrzehntelange Mitgliedschaften verbunden, allerdings vertreten die heutigen Unionsparteien seit Angela Merkel nicht mehr den Markenkern der CDU: Freiheit statt Sozialismus.»

Im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass der CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz und die Parteispitze nicht zur Politikwende bereit seien. «Vielmehr soll der linke Kurs der Merkel-CDU fortgesetzt werden», meinte Maaßen. «Die Politik Merkels hat Deutschland in allen politischen Bereichen erheblichen Schaden zugefügt.»

Weiter schrieb er: «Die Partei könnte bereits bei den anstehenden ostdeutschen Landtagswahlen antreten und würde mit allen Parteien zusammenarbeiten, die diese Programmatik unterstützen und die zu einer Politikwende in Deutschland bereit sind.» Im September stehen in Sachsen, Thüringen und in Brandenburg Landtagswahlen an.

In allen drei Ländern liegt die AfD derzeit in Umfragen auf Platz eins. Nach jetzigem Stand will aber keine andere Partei mit der AfD eine Regierung bilden. Bei den neuen Formationen könnte dies unter Umständen anders sein.

Die frühere Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht versteht ihre neue Partei nach eigenen Angaben als «seriöse Adresse» für Wählerinnen und Wähler, die derzeit aus Protest die AfD unterstützen. Sie vertritt einige Positionen, die denen der AfD ähneln, so etwa eine strikte Migrationspolitik und eine Abkehr von Energiesanktionen gegen Russland. Wirtschaftspolitisch vertritt sie eher linke Positionen für eine Umverteilung mittels Besteuerung von sehr hohen Einkommen und Vermögen.

Ramelow: Maaßens Parteigründungspläne «eine Volksfront von Rechts»

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die CDU aufgefordert, sich endgültig vom früheren Bundesverfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen zu trennen. «Es wird auf die CDU Thüringen ankommen, wie sie nun mit dieser Abspaltung umzugehen gedenkt», sagte der Linken-Politiker der «Thüringer Allgemeine». Maaßen, der Chef der Werteunion, hatte zuvor verkündet, eine eigene Partei gründen zu wollen.

Ramelow zufolge zeige die CDU in Südthüringen bis heute «keine Klarheit», obwohl «die Radikalisierung von Herrn Maaßen immer deutlicher wurde». Die Parteigründungspläne seien der Versuch, «ein Scharnier für eine Volksfront von Rechts zu etablieren».

© dpa ⁄ Stefan Hantzschmann und Verena Schmitt-Roschmann, dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Peter Maffay
Musik news
Maffay rockt auf Farewell-Tour - «Alles hat seine Zeit»
Regenwolken
Musik news
Erneut Unwetter über Deutschland
Schauspieler Donald Sutherland
Tv & kino
Kanadischer Schauspieler Donald Sutherland gestorben
iOS 17.6: Das steckt im neuen iPhone-Update
Handy ratgeber & tests
iOS 17.6: Das steckt im neuen iPhone-Update
Kaspersky
Internet news & surftipps
USA verbietet russische Antiviren-Software Kaspersky
Apple
Internet news & surftipps
Apple führt neue KI-Funktionen vorerst nicht in der EU ein
Ronald Koeman
Fußball news
Coach Koeman versteht VAR-Entscheidung nicht
Eine Mutter fotografiert ihr Kind auf einem Spielplatz
Familie
Kinderfotos teilen: Darauf sollten Eltern achten