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Kindergrundsicherung: Paus fühlt sich von Scholz unterstützt

Mit ihrer Blockade im Kabinett hat Lisa Paus vor allem eines erreicht: Die selbst ernannte Fortschrittskoalition ist zurück im Streitmodus. In der Sache aber fühlt sich Paus vom Kanzler unterstützt.
Lisa Paus
Lisa Paus will mit der Kindergrundsicherung Leistungen für Familien zusammenfassen und diese zugleich erhöhen. © Britta Pedersen/dpa

Im koalitionsinternen Streit über die Kindergrundsicherung fühlt sich Familienministerin Lisa Paus von höchster Stelle bestärkt. «Ich danke dem Bundeskanzler, dass er gestern nochmals seine Unterstützung für die Kindergrundsicherung deutlich gemacht hat», sagte die Grünen-Politikerin am Rande eines Tags der offenen Tür ihres Ministeriums in Berlin.

«Wir sind auf der Zielgeraden, und ich gehe optimistisch in die weiteren Gespräche auch mit dem Bundesfinanzminister, sagte sie mit Blick auf Christian Lindner (FDP).

Paus will mit der Kindergrundsicherung Leistungen für Familien zusammenfassen und diese zugleich erhöhen. Die FDP sieht Leistungsverbesserungen kritisch. Kanzler Olaf Scholz hatte Paus vor der Sommerpause aufgefordert, bis Ende August einen geeinten Gesetzentwurf vorzulegen. Am Freitag sagte der SPD-Politiker, er sehe die Arbeit an dem Vorhaben auf einem guten Weg.

Blockade des Wachstumschancengesetzes

Zuvor hatte Paus im Kabinett für einen Eklat gesorgt: Sie blockierte das sogenannte Wachstumschancengesetz mit Steuererleichterungen, die die Wirtschaft um jährlich rund sechs Milliarden Euro entlasten sollen.

Die Ampel müsse beides im Blick haben, Investitionen in Kinder und in die Wirtschaft, sagte Paus nun. «Dieses Signal sollten wir meiner Auffassung nach gemeinsam an die Menschen im Land aussenden.» Wenn die Bundesregierung nicht in Kinder investiere, seien die Folgekosten für Staat und Gesellschaft um ein Vielfaches höher als die Investition in die Kindergrundsicherung, argumentierte sie.

Trittin verteidigt Paus

Grünen-Politiker Jürgen Trittin stärkte Paus für deren Blockade den Rücken. «Lisa Paus' Vorgehen kann man angesichts der Erfahrungen in der Koalition mehr als nachvollziehen», sagte der frühere Grünen-Fraktionschef der Deutschen Presse-Agentur. «Auf Vereinbarungen mit SPD wie FDP ist - anders als bei Rot-Grün - kein Verlass. Da ist es nur konsequent, wenn die vereinbarte Kindergrundsicherung erst seriös finanziert wird, bevor man Steuersenkungen von Herrn Lindner zustimmt.»

Paus habe «den Mechanismus durchbrochen, bei dem die Grünen immer mehrfach für eine politische Einigung mit der FDP bezahlt haben, weil sie in Vorleistung gingen», sagte der frühere Bundesumweltminister. Er bezweifelte zugleich die Wirksamkeit der von Lindner vorgeschlagenen Entlastungen.

FDP-Fraktionsvize Christoph Meyer warf Trittin «irrationale Legendenbildung» vor. «Auch jetzt liegt Jürgen Trittin daneben, wenn er glaubt, die Erpressung und Geiselhaft des dringend notwendigen Wachstumschancengesetzes würde Menschen und Betrieben helfen», sagte er. Interne Machtrangeleien der Grünen verhinderten nun Wachstumsimpulse zur Sicherung des Wahlstands.

Juso-Chefin Jessica Rosenthal forderte eine rasche Einigung zur Kindergrundsicherung. «Ich ertrage keinen Tag länger, dass es in einem reichen Land wie Deutschland Kinderarmut gibt und Familien nicht die Unterstützung erhalten, die sie verdienen», sagte sie der «Rheinischen Post». «Aber es ist kein guter Weg, wie Lisa Paus hier gerade agiert. Es bringt uns nicht weiter, sachfremde Themen miteinander zu verknüpfen.»

Wie viel Geld?

Strittig sind vor allem Kosten und Umfang der Kindergrundsicherung. Für das Startjahr 2025 sind derzeit nur zwei Milliarden Euro vorgemerkt - laut Finanzminister Lindner als «Platzhalter». Paus hatte zu Beginn zwölf Milliarden, später bis zu sieben Milliarden Euro pro Jahr gefordert. Im Gesetzentwurf soll nach einem Bericht von «Zeit online» nun von zunächst 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 die Rede sein.

NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann forderte die Ampel-Koalition auf, mit der Kindergrundsicherung auch die Bildungschancen zu verbessern. Es dürfe nicht nur um höhere Leistungen gehen, «sondern vor allem um eine Verbesserung der Aufstiegschancen für Kinder und Jugendliche im Bildungssystem», sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Zentral sollte bei dieser Reform sein, dass Kinder besser durch die Schule kommen.»

© dpa
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