Renten steigen so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr

03.06.2022 Zum Wochenabschluss verabschiedet der Bundestag noch Verbesserungen für Millionen Rentnerinnen und Rentner. Im Sommer steigen die Bezüge so stark wie lange nicht. Doch die Inflation trübt im Bundestag die Freude.

Senioren sitzen auf einer Bank in Berlin und genießen die Sonne. © Stephan Scheuer/dpa

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten zum 1. Juli eine so kräftige Erhöhung ihrer Bezüge wie seit Jahrzehnten nicht. Im Westen steigen die Renten um 5,35 Prozent, im Osten um 6,12 Prozent.

Mit dem Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) beschloss der Bundestag zudem Verbesserungen für Menschen, die schon länger Erwerbsminderungsrente beziehen. Das Gesetz wurde am Freitag mit den Stimmen der Koalition, der Union und der AfD verabschiedet. 

Nachholfaktor wieder eingeführt

Mit dem Gesetz führt die Regierung den Nachholfaktor in der Rentenversicherung wieder ein. Dieser Faktor dämpft die Rentenerhöhung. Damit soll ausgeglichen werden, dass die Rentnerinnen und Rentner im vergangenen Jahr vor einem eigentlich damals fälligen Rentenminus verschont wurden. Eine Rentengarantie sorgte 2021 noch für eine Nullrunde - trotz der negativen Nachwirkungen des Corona-Einbruchs vom Vorjahr auf die Rentenkasse. 

Ein wesentlicher Grund für die trotz Nachholfaktor kräftige Rentenerhöhung ist die positive Lohnentwicklung aufgrund einer guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland, wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) deutlich machte.

Auch vor der Nullrunde im vergangenen Jahr waren die Renten gestiegen - aber deutlich weniger stark als in diesem Jahr. 2020 hatte es ein Rentenplus von 3,45 Prozent im Westen und 4,20 Prozent im Osten gegeben. Eine höhere Rentenerhöhung im Westen wie in diesem Jahr gab es zuletzt 1983 mit damals plus 5,59 Prozent.

Hohe Inflation sorgt für Sorgenfalten

Im Bundestag zeigten sich mehrere Rednerinnen und Redner trotz Rekordplus bei der Rente besorgt wegen der hohen Inflation. Der CDU-Abgeordnete Stefan Nacke bemängelte, die Erhöhung reiche nicht aus, um Folgen der Preissteigerungen abzumildern. Der Linken-Rentenexperte Matthias W. Birkwald kritisierte, dass der Nachholfaktor trotz Inflation wieder eingeführt wurde und die Erhöhung somit weniger stark ausfalle als möglich.

Wer schon seit längerer Zeit eine Erwerbsminderungsrente bezieht, soll Verbesserungen erfahren. So sollen künftig diejenigen, die von 2001 bis 2018 in eine Erwerbsminderungsrente gingen, einen Zuschlag von 4,5 beziehungsweise 7,5 Prozent und somit eine höhere monatliche Rente erhalten. Insgesamt sollen von diesen Zuschlägen rund drei Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren. 

© dpa

Weitere News

Top News

Champions league

Supercup: Wunderreise vorbei: Frankfurt verliert gegen Real Madrid

People news

Leute: Barmherziger Beobachter menschlicher Komödie: Sempé ist tot

Mode & beauty

Sonnenschutz: Können Haare Sonnenbrand bekommen?

Tv & kino

TV: "Der Barcelona-Krimi": Clemens Schick ermittelt wieder

People news

Prozesse: Boris Becker gegen Oliver Pocher am 15. November vor Gericht

Auto news

Freze Froggy EV Beachster: Zugiger Zwerg

Handy ratgeber & tests

Featured: Galaxy Watch5 und Watch5 Pro: Das steckt in Samsungs neuen Wearables

Das beste netz deutschlands

Featured: Schutz vor Blitzschäden: So kannst Du Deine Technik bei Gewitter schützen

Empfehlungen der Redaktion

Inland

Kabinett: Größte Rentenerhöhung seit Jahrzehnten beschlossen

Inland

Neues Rentenpaket: Minister Heil: «Rentner nicht von Lohnentwicklung abkoppeln»

Inland

Altersversorgung: Rekordplus bei den Renten

Inland

Verbraucher: Bundestag berät Rekord-Rentenerhöhung

Job & geld

Steuererklärung: Immer mehr Rentner werden zukünftig steuerpflichtig

Inland

Steigende Energiekosten: DGB-Senioren fordern Energiepauschale auch für Rentner

Wirtschaft

Steigende Energiepreise: Rentner als Verlierer bei Energieentlastungen?

Inland

Einkommensteuer: Immer mehr Rentner steuerpflichtig: Bald 180.000 im Land