Polizei: 58 Klimaschützer bei Aktionen in Gewahrsam genommen

Sie hatten am vergangenen Samstag Bahngleise an mehreren Orten in Hamburg blockiert und sich auf einer Brücke auf der Fahrbahn einbetoniert. Nun hat die Polizei Bilanz gezogen.
Polizisten versuchen auf der Köhlbrandbrücke zwei mit einem Eisenrohr miteinander verbundene Klimaaktivisten zu lösen. © Daniel Bockwoldt/dpa

Bei den Blockadeaktion linker Klimaschützer hat die Hamburger Polizei am vergangenen Samstag 58 Menschen in Gewahrsam genommen. Alle seien inzwischen wieder freigelassen worden, teilte sie mit. Die Beamten hätten zudem in 526 Fällen die Personalien festgestellt. Die Zahl der Strafverfahren stehe bislang nicht fest, weil die Anzeigen zum Teil noch geschrieben würden.

Teilnehmer eines Protestcamps am Altonaer Volkspark hatten Bahngleise auf der Kattwykbrücke und an anderen Orten im Hamburger Hafen blockiert. Auf der Köhlbrandbrücke hatten sich Demonstranten mit den Armen in einer Badewanne auf der Fahrbahn einbetoniert. Technikeinheiten der Polizei lösten sie aus dem Beton und führten sie von der Brücke. An der Kattwykbrücke gingen die Beamten mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Wasserwerfern vor.

Die Gruppe «Ende Gelände», die der Hamburger Verfassungsschutz zum Umfeld der gewaltorientierten extremistischen Interventionistischen Linken rechnet, kritisierte, dass die Polizei mit «massiver Gewalt» vorgegangen sei. Durch Schläge und Tritte seien zahlreiche Aktivisten verletzt worden. Außerdem habe die Einsatzleitung den Blockierern bei über 30 Grad Trinkwasser verweigert, die medizinische Versorgung durch Sanitäter behindert und Sonnenschutz konfisziert.

Kritik an der Polizei kam auch aus der grünen Bürgerschaftsfraktion. «Aus meiner Sicht als parlamentarische Beobachtung war der Polizeieinsatz rund um @Ende__Gelaende in etlichen Punkten unverhältnismäßig», twitterte die Sprecherin für Wissenschaft und Hochschulen, Miriam Block.

Polizeisprecherin Sandra Levgrün zeigte sich besorgt, dass Klimaaktivisten ihre Angriffe oft als legitimes Mittel des Protests darstellten. Es müsse aber klar sein: «Die Aktionen finden da ein Ende, wo Straftaten begangen werden.»

© dpa
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