Länder: Abtreibung nach Online-Beratung rechtssicher machen

01.07.2022 Immer mehr Menschen nehmen Telemedizin in Anspruch. Auch Frauen, die ihre Schwangerschaft selbst per Medikament abbrechen wollen. Ist das in Ordnung? Die Länder wollen diese rechtliche Grauzone aufhellen.

Eine Demonstration für das Recht auf Abtreibung vor dem Brandenburger Tor. © picture alliance / dpa

Schwangere Frauen können womöglich künftig in ganz Deutschland nach einer ärztlichen Online-Beratung selbst mit einem Medikament abtreiben. Die Länder wollen nun gemeinsam mit dem Bund eine rechtssichere Grundlage für diese Möglichkeit erarbeiten, die teilweise schon praktiziert werde.

Das haben die Minister für Gleichstellung und Frauen bei ihrer Konferenz in Hamburg beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Es gibt bereits Angebote von Ärzten, etwa in Berlin, bei denen Frauen nach der Online-Sprechstunde Medikamente zum Schwangerschaftsabbruch zugeschickt bekommen - egal, wo sie in Deutschland wohnen. Der Antrag für die Initiative ging von Baden-Württemberg aus.

«Frauen nicht alleine lassen»

Die zuständige Staatssekretärin Ute Leidig (Grüne) erklärte, man müsse sich der Realität stellen. «Es finden derzeit schon telemedizinisch begleitete Schwangerschaftsabbrüche statt. Viele rechtliche Regelungen stammen aber aus einer Zeit, als es diese Möglichkeit eines medikamentösen Abbruchs noch nicht gab.» Das müsse nun angepasst werden. «Wir dürfen die Frauen nicht alleine lassen - und schon gar nicht dürfen wir sie in der Rechtsunsicherheit belassen.» Leidig sagte aber auch, man müsse abwarten, was das Ergebnis des Diskussionsprozesses sein werde.

Grundsätzlich können Mediziner die Videosprechstunde problemlos bei allen Patienten und Krankheiten einsetzen. Selbst die ausschließliche Beratung oder Behandlung über das Internet ist unter bestimmten Umständen im Einzelfall erlaubt. «Auch für den Bereich von Schwangerschaftsabbrüchen gibt es keine Regelungen, die die Nutzung der Möglichkeit von Videosprechstunden einschränken würden», erläutert das Sozialministerium in Stuttgart.

Rechtliche Hürden

Es gibt aber auch noch konkrete Probleme: Bisher ist es zum Beispiel gesetzlich so, dass Apotheken die Arzneimittel für eine Abtreibung nur an eine Einrichtung verschicken dürfen, in der die Frauen dann auch nachbehandelt werden können. Zudem sei bisher noch nicht eindeutig geklärt, was «die notwendige Nachbehandlung» im Falle eines medikamentösen Abbruchs beinhaltet.

Es gebe auch keine Vorgaben, welche Nachweise die Ärztinnen und Ärzte den Apotheken bringen müssen, um deutlich zu machen, dass sie eine Einrichtung mit der Möglichkeit der Nachbehandlung sind, erklärte das Ministerium. Zudem müsse geklärt werden, wie im Fall des Postversands des Medikaments sichergestellt werden kann, dass Unbefugte die Arznei nicht entnehmen können.

© dpa

Weitere News

Top News

Sport news

European Championships: Starke Nerven nach schwachem Start: Zeidler auf Kurs

Tv & kino

Featured: Locke & Key Staffel 4: So könnte es mit dem Schlüsseluniversum weitergehen

Familie

Kindeswohlgefährdung: Misshandlung in der Familie: Zahl der Fälle bleibt hoch

People news

Theater: Katharina Thalbach: Männerrollen zu spielen völlig normal

Handy ratgeber & tests

Featured: Galaxy Watch5 und Watch5 Pro: Das steckt in Samsungs neuen Wearables

Das beste netz deutschlands

Featured: Schutz vor Blitzschäden: So kannst Du Deine Technik bei Gewitter schützen

Musik news

Musikbranche: Audiostreaming legt weiter zu - Vinyl-Trend hält an

Internet news & surftipps

Mobilität: Google: spritsparende Routen auch in deutscher Karten-App

Empfehlungen der Redaktion

Regional baden württemberg

Gesellschaft: Länder: Abtreibung nach Online-Beratung rechtssicher machen

Gesundheit

Versandapotheken: Medikamente online kaufen: Das sollten Sie beachten

Job & geld

Sachpreis statt Beratung: BGH verbietet DocMorris Gewinnspiel

Gesundheit

Aspirin per App: E-Rezept: Lieferdienste nehmen Apothekenmarkt ins Visier

Internet news & surftipps

Dienstleistungen: Aspirin per App: Apotheken im Visier von Lieferdiensten

Ausland

USA: «Schreckliches Chaos» - Die Folgen des Abtreibungsurteils

Inland

Ministerpräsident: Söder fordert bessere Koordinierung der Flüchtlingspolitik

Regional bayern

Kommunen: Landkreise fürchten um Datensicherheit