Baerbock nennt Abkehr von Atomausstieg «Irrsinn»

Mit Blick auf die Energieversorgung in Deutschland äußert sich die Bundesaußenministerin zurückhaltend zu einem möglichen Streckbetrieb von Kernkraftwerken - und warnt vor einer «Rolle rückwärts».
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock lehnt eine längere Laufzeit der drei verbleibenden deutschen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus weiter ab.

«Ich bin nicht überzeugt, dass Atomkraftwerke unser Gasproblem lösen werden», sagte die Grünen-Politikerin der «Bild am Sonntag». «Ob wir noch ein Stromproblem in Bayern bekommen könnten, weil man dort den Netzausbau verschleppt hat, wird derzeit im Stresstest überprüft.»

Baerbock sagte, denjenigen, die gerade über Atomkraft redeten, gehe es nicht um den Streckbetrieb. «Sie wollen eine Rolle rückwärts zur Atomkraft. Wir haben für das Hin und Her beim Atomausstieg im letzten Jahrzehnt viele Milliarden bezahlt. Das jetzt wieder umzuwerfen, wäre Irrsinn und würde uns noch teurer zu stehen kommen.»

Wegen der Energiekrise, die sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zugespitzt hat, gibt es seit Monaten eine Debatte, ob die drei verbleibenden AKW länger laufen sollen. Die Leistungsbetrieb-Berechtigung des Meilers Isar 2 in Bayern erlischt eigentlich zum Jahresende, ebenso wie die der Reaktoren Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg. Die Bundesregierung prüft derzeit in einem Stresstest die Sicherheit der Stromversorgung. Danach will sie entscheiden, ob die AKW noch etwas länger laufen.

© dpa
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