Merz warnt vor «Blackout» bei Stromversorgung im Winter

Ist Deutschland in Sachen Energie für die kommenden Monate gewappnet? CDU-Chef Friedrich Merz glaubt das nicht.
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung in Niedersachsen. © Lino Mirgeler/dpa

CDU-Parteichef Friedrich Merz hat vor einem Ausfall der Stromversorgung im Winter gewarnt, falls Deutschland am Atomausstieg festhält. «Es droht eine vollkommene Überlastung des Stromnetzes im Herbst und Winter sowie eine mangelhafte Versorgung mit Strom», sagte Merz der «Bild am Sonntag». Wenn nur jeder fünfte Gaskunde diesen Winter mit Strom heize, verdopple sich der Strombedarf der privaten Haushalte, sagte Merz. «Wenn diese Regierung so weitermacht und aus ideologischen Gründen am Atomausstieg festhält, droht uns Anfang nächsten Jahres ein Blackout.»

Merz forderte die Bestellung neuer Brennstäbe für den Weiterbetrieb mindestens der drei noch nicht abgeschalteten Atomkraftwerke in Deutschland: «Wir hätten spätestens im August dafür gesorgt, dass zumindest für die drei Atomkraftwerke, die noch laufen, neue Brennstäbe bestellt worden wären, möglicherweise auch für die drei, die im letzten Jahr stillgelegt wurden. Damit wären zunächst einmal insgesamt 20 Millionen Haushalte sicher mit Strom versorgt.»

Wegen der Energiekrise, die sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zugespitzt hat, gibt es seit Monaten eine Debatte, ob die drei verbleibenden Atomkraftwerke länger laufen sollen, obwohl ihre Leistungsbetrieb-Berechtigung zum Jahresende erlischt. Die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP prüft derzeit in einem Stresstest die Sicherheit der Stromversorgung. Danach will sie entscheiden, ob die AKW noch etwas länger laufen.

Im ARD-Format «Frag selbst» bekräftigte der CDU-Politiker am Sonntag seine Forderung nach neuen Brennstäben für die drei Atomkraftwerke, die derzeit noch am Netz sind. «Wir werden nach meiner Schätzung drei, vier, fünf Jahre den Betrieb der drei noch vorhandenen Kernkraftwerke aufrecht erhalten müssen, damit wir ausreichend Stromversorgung in diesem Land haben», sagte Merz, der auch Fraktionschef der Union im Bundestag ist.

© dpa
Weitere News
Top News
People news
Leute: US-Schauspielerin Kirstie Alley ist tot
Nationalmannschaft
Personalie: «Schade»: Kramer und Mertesacker bedauern Bierhoff-Aus
Auto news
Sportler im Smoking: Neuer Mercedes-AMG S 63 wird stärkste S-Klasse
Tv & kino
Fernsehen: RBB: Aus für preisgekrönte Talkshow «Chez Krömer»
Tv & kino
Netflix: Guillermo del Toros «Pinocchio»: Ein Stop-Motion-Meisterwerk
Internet news & surftipps
Internet: Regierungschef Weil kritisiert und verlässt Twitter
Gesundheit
OECD: Lebenserwartung in EU 2021 wegen Corona gesunken
Das beste netz deutschlands
Sicherheitslücke: Chrome-Browser braucht dringend Update
Empfehlungen der Redaktion
Inland
Energiekrise: Greenpeace zur Atomdebatte: Reaktoren sind Sicherheitsrisiko
Inland
Energie: Merz fordert in Atomlaufzeit-Debatte mehr Tempo von Scholz
Regional berlin & brandenburg
Energieversorgung: Land: Keine Einschränkung für Haushalte bei Strom oder Gas
Inland
Energiewende: Baerbock nennt Abkehr von Atomausstieg «Irrsinn»
Regional niedersachsen & bremen
Energiepolitik: SPD und Grüne warnen vor dem Wiedereinstieg in die Atomkraft
Regional bayern
Energie: Münchens OB will Isar 2 bis Mitte 2023 laufen lassen
Regional berlin & brandenburg
Energiekrise: Wirtschaftsminister hält Habecks Atom-Pläne für sinnvoll
Inland
Energie: Weiter mit Atomkraft? Keine schnelle Entscheidung in Sicht