Dreyer fordert neuen Warnwert in der Corona-Politik

24.07.2021 Die Inzidenz ist wichtige Kennzahl in der Corona-Pandemie. Doch immer mehr Menschen sind inzwischen geimpft. Für eine Beurteilung der Lage brauche es bessere Warnwerte, fordert SPD-Politikerin Dreyer.

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für angepasste Bewertungskriterien in der Corona-Politik ausgesprochen.

«Wir schauen natürlich auch mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen», sagte sie der «Rheinischen Post» (Samstag). «Dennoch sagt die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus als noch vor einem halben Jahr, weil immer mehr Menschen geimpft werden.»

Die Inzidenz bleibe wichtig, aber sie sollte mit der Lage in den Krankenhäusern verknüpft werden, meinte Dreyer. Dazu zähle, wer dort eingeliefert werde und wer auf eine Intensivstation müsse. «Die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.» Dreyer lobte ein von der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), vorgeschlagenes System als «sehr kluges Ampelsystem». «Genau so eine Orientierung brauchen wir bundesweit.»

In Mecklenburg-Vorpommern gilt ein Ampelmodell, das die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivstationen berücksichtigt. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass künftig Werte wie die Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden sollen.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, unterstützte am Samstag Dreyers Forderung. «Mit zunehmendem Impffortschritt verliert eine steigende Inzidenz ihre Aussagekraft. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert daher seit Monaten, den Inzidenzwert durch weitere Kriterien für Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus zu ergänzen», so Wiese. Als weitere Kriterien nannte er die Krankenhausbelegungen, die Belastungen der Intensivstationen und den Impffortschritt.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

Handball-Europameisterschaft: Corona-Schock für DHB-Team: Ohne Sieben gegen Polen

Auto news

Alter Lappen adé: Das gilt beim Führerscheinumtausch

Tv & kino

Retro-Show: «Wetten, dass..?» geht 2022 und 2023 weiter

Internet news & surftipps

Corona-Pandemie: Luca-App ändert Geschäftsmodell und senkt Preise

Tv & kino

Filmpreis: Abtreibungsdrama «Happening» gewinnt Prix Lumière

Wohnen

Betriebskosten: Baum gefällt - Vermieter kann Kosten auf Mieter umlegen

Internet news & surftipps

Gebührenstreit: Amazon UK akzeptiert wieder Visa-Kreditkarten

Internet news & surftipps

Extremismus: BKA: Telegram löscht rechtsextremistische Inhalte nur selten

Empfehlungen der Redaktion

Regional mecklenburg vorpommern

Schwesig ebenfalls für neuen «Warnwert» zur Corona-Lage

Inland

Pandemie: Steigende Inzidenz: Sorge vor vierter Corona-Welle wächst

Regional nordrhein westfalen

Laschet: Ungeimpfte mit Negativ-Test nicht benachteiligen

Regional niedersachsen & bremen

Diskussion um Inzidenzwerte

Panorama

Corona-Pandemie: Sieben-Tage-Inzidenz springt auf zweistelligen Wert

Regional rheinland pfalz & saarland

Land will sich gegen Omikron-Variante rüsten

Regional rheinland pfalz & saarland

Landesregierung hält an Corona-Kurs fest

Regional rheinland pfalz & saarland

1, 2 und 3: Rheinland-Pfalz führt neue Corona-Warnampel ein