Wissler und Schirdewan sollen die Linke aus der Krise führen

Die Linke regiert derzeit in vier Bundesländern mit, steckt aber in einer Existenzkrise. Ein Neustart soll gelingen. Den traut die Basis dem neuen Führungsduo zu.
Martin Schirdewan und Janine Wissler nach der Wahl als Parteivorsitzende beim Bundesparteitag der Linken. © Martin Schutt/dpa

Neue Doppelspitze für die Linke: Janine Wissler und Martin Schirdewan sind am Samstag beim Bundesparteitag in Erfurt zu Parteivorsitzenden gewählt worden.

Beide setzten sich im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gegen mehrere Mitbewerber durch. Sie gelten als Realpolitiker, die gut miteinander auskommen. Sie sollen die Linke nach Wahlschlappen und Grabenkämpfen aus der Krise führen.

Die 41-jährige Hessin Wissler erhielt rund 57,5 Prozent der Stimmen, der Berliner Schirdewan 61,3 Prozent. Wissler hatte am Freitag mit einer kämpferischen Rede zu Parteitagsbeginn für sich geworben. Sie räumte Fehler ein und warb zugleich für einer Erneuerung der Partei. Damit konnte sie offenbar viele Delegierte überzeugen. Wissler steht erst seit Februar 2021 an der Spitze der Linken. Ihre Co-Vorsitzende Susanne-Hennig Wellsow war im April entnervt zurückgetreten.

Auf die zweite Position in der Doppelspitze wurde jetzt Schirdewan gewählt. Der 46-Jährige ist der Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im Europaparlament. Er sagte in seiner Bewerbungsrede, er habe Erfahrung damit, «eine bunte Ansammlung von Linken zu lenken und zu führen». Offiziell trat er für den Thüringer Landesverband an.

Gysi verlangt einen Neustart

Der frühere Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi verlangte auf dem Parteitag einen Neustart, damit die Linke 15 Jahre nach ihrer Gründung aus PDS und WASG nicht in die Bedeutungslosigkeit rutsche. Die Krise resultiere auch daraus, dass nicht mehr erkennbar sei, was Mehrheits- und was Minderheitsmeinung in der Linken sei. Er sprach von Denunziationen von Parteimitgliedern untereinander. «Das ist unerträglich.»

Der 74-Jährige appellierte an die Delegierten: «Hört auf mit dem ganzen kleinkarierten Mist in unserer Partei.» Die Linke habe in der Gesellschaft einen Platz, der von keiner anderen Partei ersetzt werden könne. «Das Land braucht demokratische Sozialistinnen und Sozialisten.»

In Erfurt will die Linke auch ihre heftig umstrittene Haltung zu Russland und zu dessen Angriffskrieg in der Ukraine bestimmen.

© dpa
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