Vor 1. Mai Hostel in Berlin besetzt und friedliche Proteste

30.04.2022 Kundgebungen in der Hauptstadt, Tausende Polizisten auf den Straßen. Berlin hat sich auf die üblichen Aktionen zum Tag der Arbeit eingestellt - und will im Fall von Ausschreitungen massiv einschreiten.

In Berlin Mitte wurde ein leerstehendes Hostel besetzt. Die Aktivisten und Aktivistinnen fordern den Raum für Geflüchtete zu nutzen. © Christophe Gateau/dpa

Am Vortag des 1. Mai haben in Berlin Hunderte Menschen zunächst friedlich demonstriert. Befürchtet wurde aber, dass am Abend und am Sonntag Linksautonome Gewalttaten verüben könnten.

Rund 1600 Polizistinnen und Polizisten waren nach Angaben einer Polizeisprecherin am Samstag in der Stadt im Einsatz. Am gesamten Wochenende sind es nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bis zu 6000 - auch von der Bundespolizei und aus anderen Bundesländern. Spranger kündigte an, dass die Polizei im Falle von Ausschreitungen massiv einschreiten werde.

Am Samstag räumte die Polizei ein besetztes Hostel in Berlin-Mitte. Aktivisten hatten das leerstehende Gebäude am Morgen in Beschlag genommen. Die Initiative «Hostels to Housing» erklärte, angesichts Hunderttausender Geflüchteter aus der Ukraine dürften leerstehende Räumlichkeiten nicht ungenutzt bleiben. Die Polizei griff nachmittags ein und holte nach eigenen Angaben sechs Menschen aus dem Haus.

Kundgebungen im Wedding und in Kreuzberg

Etwa gleichzeitig begannen linke Gruppen angemeldete Kundgebungen im Wedding und in Kreuzberg. Hunderte Menschen demonstrierten im Wedding gegen den Kapitalismus und für gesellschaftliche Veränderungen. Unter dem Motto «Von der Krise zur Enteignung! Die Reichen sollen zahlen!» zogen linke Gruppen am Nachmittag durch den Stadtteil. Die Polizei sprach von bis zu 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Demonstration sei zunächst «störungsfrei und ohne Vorkommnisse» verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Auch in den vergangenen Jahren war diese Veranstaltung weitgehend friedlich geblieben.

Am Sonntag geht es in Berlin weiter mit einer ganzen Reihe von Demonstrationen, von Motorrad- und Fahrrad-Korsos über Proteste gegen Corona-Maßnahmen bis hin zum «Revolutionären Ersten Mai» im Bezirk Neukölln. Diesem Marsch mit bis zu 20 000 erwarteten Teilnehmern gilt die besondere Aufmerksamkeit der Polizei.

In Hamburg begannen die linken Aktionen mit einem «Klassenfest gegen Staat, Kapital» am Abend im Schanzenviertel. Etwa 300 zumeist junge Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben. Zwischenfälle gab es zunächst nicht. Eine Polizeisprecherin ging von einem insgesamt gewaltfreien Verlauf aus.

© dpa

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