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AfD-Kandidat scheitert in Bitterfeld-Wolfen

Nach dem ersten Landrat und dem ersten Bürgermeister wollte die AfD nun auch den ersten Oberbürgermeister in Deutschland stellen. Doch das gelang in Sachsen-Anhalt nicht.
Vor der OB-Stichwahl in Bitterfeld-Wolfen
Dornack (AfD) wollte neuer Oberbürgermeister von Bitterfeld-Wolfen werden. © Jan Woitas/dpa

Trotz Vorsprung im ersten Wahlgang ist es der AfD in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) nicht gelungen, die Oberbürgermeisterwahl für sich zu entscheiden. Ihr Kandidat Henning Dornack holte in der Stichwahl 46,18 Prozent der Stimmen.

Der amtierende Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) kam auf 53,82 Prozent und bleibt damit Stadtchef. Das ging aus einer Präsentation der Wahlergebnisse im Rathaus in Bitterfeld-Wolfen hervor.

Im ersten Wahlgang hatte Dornack noch vorne gelegen, der Vorsprung betrug mehr als vier Prozentpunkte. Der frühere Polizist ist stellvertretender Vorsitzender im Stadtrat von Bitterfeld-Wolfen. Die Stadt im Südosten Sachsen-Anhalts hat 37.000 Einwohner und ist als Standort der chemischen Industrie bekannt.

Nicht das erste Mal

Einen ähnlichen Verlauf hatte es vor wenigen Wochen bereits im thüringischen Nordhausen gegeben, wo der AfD-Kandidat Jörg Prophet nach Vorsprung im ersten Wahlgang noch geschlagen worden war.

Um die Wahl Dornacks zu verhindern, hatte ein überparteiliches Bündnis für Demokratie und Toleranz eine Online-Petition initiiert. Unter anderem hatten Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für Schenk geworben. Es gehe um eine klare Abgrenzung zur AfD und die Reputation Sachsen-Anhalts, so Haseloff im Vorfeld.

Im Süden Sachsen-Anhalts war die AfD zuletzt im Juli erfolgreich gewesen: In der Stadt Raguhn-Jeßnitz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) hatte sich Hannes Loth bei der Bürgermeisterwahl durchgesetzt. Zuvor war im südthüringischen Sonneberg Robert Sesselmann als bundesweit erster AfD-Landrat gewählt worden. Dies hatte die Debatte über den aktuellen Höhenflug der AfD weiter angefacht, die der Verfassungsschutz bundesweit als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus einstuft.

© dpa
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