Ärzte warnen vor Verfall von Millionen Corona-Impfstoffdosen

17.08.2021 Corona grassiert weiter in großen Teilen der Welt - und Impfstoff ist in vielen ärmeren Ländern rar. In Deutschland droht er in großen Mengen im Müll zu landen.

Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna in einem Impfzentrum. Foto: Marcus Brandt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Deutschlands Arztpraxen droht nach Einschätzung von Deutschlands Kassenärzten millionenfach Corona-Impfstoff zu verfallen.

So lagerten nach Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in den Praxen derzeit 1,1 Millionen Dosen von Astrazeneca und 0,4 Millionen von Johnson & Johnson, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Bericht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland hervorgeht. Diese Dosen drohten als Sondermüll entsorgt werden zu müssen, sagte ein Institutssprecher. Zudem sind nach dem Bericht 1,7 Millionen Dosen von Biontech in den Praxen auf Lager. Hier sei eher zu erwarten, dass sie noch gebraucht würden. Das ARD-Politikmagazin «Report Mainz» und der «Spiegel» berichteten zuerst darüber.

Der Vorsitzende des Instituts, Dominik von Stillfried, forderte eine Rücknahme ungenutzter Impfstoffe aus den Praxen. Dies sei heute rechtlich und organisatorisch nicht möglich. «Das Bundesgesundheitsministerium wird voraussichtlich zwischen 2 und 2,5 Millionen Impfdosen aus den Impfzentren einsammeln», sagte von Stillfried der dpa. Er forderte besondere Regelungen, um die mindestens 1,5 Millionen verfallsgefährdeten Impfdosen aus den Praxen zurückzunehmen. Dann könnten sie an Länder mit Impfstoffmangel gespendet werden. Hauptgründe für den drohenden Verfall sind nach Einschätzung des Zentralinstituts die geringe Impfbereitschaft noch nicht Geimpfter sowie das schlechte Image vor allem des Astrazeneca-Vakzins.

In der vergangenen Woche hatte eine dpa-Umfrage ergeben, dass mehr als die Hälfte der Bundesländer bisher keine von den an die Impfzentren der Länder gelieferten Impfstoffe vernichten mussten. Neun der 16 Landesregierungen gaben an, dass eine Entsorgung von Corona-Impfstoff weitgehend vermieden werden konnte. Die Impfzentren etwa in Bayern aber entsorgten demnach bis dahin bereits rund 53.000 ungenutzte Impfdosen. In einem Schreiben, das der dpa vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, nicht mehr benötigten Impfstoff als Spende für «Drittstaaten» an das Zentrallager des Bundes zurückzugeben - vorausgesetzt, der Wirkstoff ist noch lange genug haltbar.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Apple mit Rekord-Weihnachtsquartal trotz Chip-Knappheit

Sport news

Australian Open: Nadal vor 21. Grand-Slam-Triumph - Endspiel gegen Medwedew

Internet news & surftipps

Kriminalität im Netz: Britische Behörde warnt vor russischen Cyberangriffen

Job & geld

BGH-Urteil für Mieter: Belege für Betriebskosten können im Einzelfall Kopien sein

People news

Beziehungen: Drew Barrymore und Luke Wilson führten offene Beziehung

People news

Familienplanung: Paris Hilton will Tochter London nennen

Auto news

Tüv untersucht vier Modelle: Elektroautos bei der HU: Durchwachsene Bilanz

Internet news & surftipps

Verbraucherschutz: Bundesnetzagentur stoppt Verkauf von Millionen Produkten

Empfehlungen der Redaktion

Regional niedersachsen & bremen

Niedersachsen gibt 120.400 ungenutzte Impfdosen zurück

Regional hessen

Hessen will ungenutzten Corona-Impfstoff an Bund zurückgeben

Regional thüringen

Thüringen gibt 30.800 Astrazeneca-Impfdosen zurück an Bund

Regional bayern

Bayern gibt rund 738.000 Impfdosen an den Bund zurück

Inland

Impfstoff: In NRW könnten demnächst 100.000 Impfdosen verfallen

Inland

Corona-Pandemie: Mehrere Länder geben ungenutzte Impfdosen an Bund zurück

Regional hamburg & schleswig holstein

Schleswig-Holstein bestellt Impfstoff von Johnson & Johnson

Regional sachsen anhalt

Sachsen-Anhalt gibt 22.000 Impfdosen an den Bund zurück