Prozess: Urteil um Autoattacke auf Rosenmontagszug erwartet

16.12.2021 Mehr als 180 Zeugen sind im Prozess um die Autoattacke auf einen Karnevalsumzug im hessischen Volkmarsen vernommen worden. Nun wird das Urteil verkündet. Offen bleibt die Frage nach dem Warum. Denn der Angeklagte schweigt seit seiner Festnahme beharrlich.

Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Landgericht Kassel will am Donnerstag (10.00 Uhr) sein Urteil im Prozess um die Autoattacke auf den Rosenmontagszug in Volkmarsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg verkünden. Seit Mai verhandelt die 6. Strafkammer gegen einen 31-Jährigen, der am 24. Februar 2020 vorsätzlich mit einem Auto in eine Zuschauermenge gefahren sein soll. Dabei habe er laut Anklage mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, teilweise schwer verletzt.

Der Mann muss sich wegen 88-fachen versuchten Mordes sowie 89-facher gefährlicher Körperverletzung und wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. 182 Zeugen wurden an 24 Verhandlungstagen vernommen - auf die Ladung rund 200 weiterer von der Anklage benannter Zeugen hatte das Gericht verzichtet. Die Opfer beschrieben die Amokfahrt des Täters, ihre teils schweren Verletzungen und die nicht selten bis heute anhaltenden psychischen Folgen.

Der Angeklagte hingegen schwieg und verfolgte den Prozess mit ausdrucksloser Miene. Warum er die Tat begangen haben könnte, blieb völlig unklar. Auch Gespräche mit einer psychiatrischen Gutachterin hatte er abgelehnt.

Die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie kam aufgrund von Akten, Zeugenaussagen und eigener Beobachtungen zu der Einschätzung, es gebe bei dem Angeklagten Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, paranoiden und schizoiden Zügen. Der 31-Jährige sei aber voll schuld- und einsichtsfähig. Auch die Wiederholung einer solch schweren Tat schloss sie nicht aus und riet zu einer Sicherungsverwahrung nach verbüßter Strafe.

Staatsanwaltschaft und Nebenklägervertreter forderten in ihren Plädoyers eine lebenslange Freiheitsstrafe mit dem Vorbehalt anschließender Sicherungsverwahrung. Dabei wird am Ende der Haftzeit die Gefährlichkeit des Täters in einer weiteren Hauptverhandlung geprüft. Zudem sei die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Die Verteidigung plädierte für eine mildere Strafe als die geforderte Höchststrafe, da es sich um versuchten und nicht vollendeten Mord handele.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

2. bundesliga

Relegation: Kaiserslautern wieder in 2. Liga: Team und Betze feiern

Musik news

Altrocker: «Geiles Konzert. Danke Schwerin!» - Udo Lindenberg auf Tour

Musik news

Rockband: Rocker Steven Tyler auf Entzug - Aerosmith sagt Konzerte ab

Musik news

«Udopium»-Tour: Erstes Lindenberg-Konzert nach drei Jahren

Internet news & surftipps

Snapchat: Snap-Aktie fällt um 40 Prozent nach Geschäftswarnung

Auto news

Automobilwirtschaft: Brennstoffzellen treiben neue Transporter an

Das beste netz deutschlands

Featured: Giga AR Fitness App: Dein Workout mit Augmented Reality

Handy ratgeber & tests

Featured: Smarte Vatertag-Gadgets: Von der Bluetooth-Kühlbox bis zur Flugdrohne

Empfehlungen der Redaktion

Panorama

Justiz: Autoattacke auf Rosenmontagszug: Urteil erwartet

Regional hessen

Verteidigung fordert milderen Strafrahmen für Amokfahrer

Regional hessen

Volkmarsen-Prozess: Plädoyer der Verteidigung erwartet

Regional hessen

Lebenslange Haft für Angeklagten im Volkmarsen-Prozess

Panorama

Prozess: Lebenslang für Amokfahrer von Volkmarsen

Regional hessen

Autoattacke auf Rosenmontagszug: Revision eingelegt

Regional hessen

Amokfahrer von Volkmarsen: Lebenslang gefordert

Regional hessen

Autoattacke: Was bleibt, ist die Frage nach dem Warum