Mehr Passagiere am Frankfurter Flughafen: Gewinn winkt

09.11.2021 Im Sommer haben viele Menschen die Corona-Sorgen hinter sich gelassen und wieder Flugreisen unternommen. Der Betreiber des Frankfurter Flughafens rechnet für das laufende Jahr bereits wieder mit Gewinn.

Ein Flugzeug bei der Landung. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Frankfurter Flughafen hat sich weiter vom Corona-Schock erholt. Mit einem kleinen Gewinn für das dritte Quartal dieses Jahres und einer angehobenen Passagierprognose zeigte sich Betreiber Fraport am Dienstag optimistisch, auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen zu schreiben. Wegen der hohen Verschuldung müssen die Anteilseigner aber wohl für dieses wie auch für kommendes Jahr voraussichtlich auf eine Dividende verzichten.

Fraport-Chef Stefan Schulte warnte trotzdem: «Die Krise für den Luftverkehr ist noch nicht vorbei.» Allerdings entwickele sich Fraport auch dank der stark erholten Auslandsbeteiligungen positiv. «Immerhin ist das Glas halb voll.» Hatten im Vorquartal noch staatliche Ausgleichszahlungen den M-Dax-Konzern aus der Verlustzone geholt, belebten in der Sommersaison von Juli bis September auch steigende Flugbewegungen und Passagierzahlen das Geschäft.

Schulte erwartet nun an die 25 Millionen Gäste an Deutschlands größtem Airport im laufenden Jahr. Zuvor hatte er auch weniger als 20 Millionen Gäste für möglich gehalten nach 18,8 Millionen im Corona-Jahr 2020. Im Oktober nutzten 3,4 Millionen Menschen die Frankfurter Terminals, was 53 Prozent des Vorkrisen-Niveaus bedeutete. Auf den touristischen Fraport-Flughäfen in Griechenland und der Türkei reichten die Zahlen schon fast wieder an die Zeiten vor Corona heran.

Ähnlich wie Lufthansa, Air France-KLM und der British-Airways-Mutter IAG schöpft Schulte Hoffnung aus der Öffnung der USA für Reisende aus Europa. Der Auftakt sei am Vortag operativ ohne größere Pannen verlaufen. «Wir gehen davon aus, dass sich nun auch die Interkontinentalverkehre sukzessive erholen werden», sagte der Manager. Die große Frage für kommendes Jahr sei, wann Asien aufgehe.

Der Vorstand rechnet beim Passagierverkehr in Frankfurt weiterhin frühestens im Jahr 2025 mit einer Rückkehr auf das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Da hatte der Konzern an seinem Heimatstandort mehr als 70 Millionen Fluggäste gezählt. Fraports Auslandsflughäfen dürften das Vorkrisenniveau nach Einschätzung des Managements im Schnitt hingegen schon 2023 wieder erreichen.

Im dritten Quartal brachte die Zunahme des Reiseverkehrs den Fraport-Konzern in die schwarzen Zahlen zurück. Der Umsatz stieg im Vergleich zum pandemiegeprägten Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf knapp 691 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von fast 77 Millionen Euro nach einem Minus von 304 Millionen im Sommer 2020. Nach neun Monaten hat sich nunmehr ein Gewinn von 97 Millionen angesammelt, der voraussichtlich zum Schuldenabbau genutzt werden muss. Schulte bezifferte die Nettoverschuldung auf 6,2 Milliarden Euro.

Im Sommer profitierte Fraport erneut von staatlichen Ausgleichszahlungen für Corona-Verluste. 30 Millionen Euro wurden für Beteiligungen in den USA, Slowenien und Griechenland verrechnet. Insgesamt hat der international tätige Flughafen-Konzern bereits über 400 Millionen Euro staatliche Corona-Kompensationen erhalten.

Angesichts der Entwicklung und eines anhaltend starken Frachtgeschäfts hob der Vorstand seine wirtschaftlichen Prognosen für das laufende Jahr an. Der Umsatz soll die bisher genannte Marke von zwei Milliarden Euro leicht übertreffen. Das Konzernergebnis soll nun sicher positiv ausfallen, und der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll rund 650 bis gut 700 Millionen Euro erreichen. Hier war die Fraport-Führung bisher nur von 460 bis 610 Millionen ausgegangen.

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