K+S-Bilanzprüfung geht weiter: Agrarboom stützt Zahlen

11.11.2021 Der Düngerkonzern K+S hat die Zweifel der Finanzaufsicht Bafin an seiner Bilanz für 2019 sowie für das erste Halbjahr 2020 nicht ausräumen können. Das Verfahren gegen das Unternehmen dauert an.

Blick auf das Logo des Kali- und Salzproduzenten K+S. Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Finanzaufsicht Bafin hegt weiterhin Zweifel an der Bilanz des Kasseler Düngerkonzerns K+S für 2019 sowie für das erste Halbjahr 2020. Hintergrund ist der Verdacht der Bafin, dass eine im Herbst 2020 wegen des Düngerpreisverfalls erfolgte Milliardenabschreibung der Hessen womöglich zu niedrig ausgefallen war.

K+S hatte im dritten Quartal vergangenen Jahres eine Wertberichtigung in Höhe von fast zwei Milliarden Euro vorgenommen, weil der Konzern niedrigere Kalipreise erwartet hatte. Anders als in der aktuellen Boomphase stand der Kalimarkt damals unter Druck. Die Aufseher der Bafin hatten im Februar die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) beauftragt, die entsprechenden Bilanzen unter die Lupe zu nehmen.

Die DPR hegt weiter Zweifel an der Rechnungslegung durch K+S, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Verfahren dauere an. Den Angaben zufolge beanstandet die DPR zwar nicht die langfristigen Kali-Preisannahmen, hält aber den damals ermittelten Nutzungswert der Geschäftseinheit Kali für zu hoch. K+S teile die Position der DPR nicht, erklärte das Unternehmen, das in Hessen und Thüringen im Werra-Revier mehrere Kali-Werke betreibt.

Im Tagesgeschäft profitieren die Hessen derweil von hohen Düngerpreisen. Nach den vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal verbesserte K+S den Umsatz von Juli bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel auf 746 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um die Hälfte auf knapp 121 Millionen Euro.

K+S verdiente im dritten Quartal knapp 1,3 Milliarden Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von fast 1,8 Milliarden Euro angefallen war. Rückenwind lieferten dabei die boomenden Agrarmärkte. Zudem rüsten sich Kommunen bereits für den Winter: Der Absatz von Auftausalz sei zuletzt überdurchschnittlich gewesen.

An den Standorten Werra und Neuhof im thüringischen und hessischen Kalirevier soll der Fokus nach Unternehmensangaben künftig vor allem auf der Herstellung von Dünger-Spezialitäten liege. In Thüringen unterhält K+S ein produzierendes Werk in Unterbreizbach. Sicherungsarbeiten laufen in den Gruben Merkers und Springen.

© dpa-infocom GmbH

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