Hessens Arbeitsmarkt legt weiter zu: Fachkräfte fehlen

04.01.2022 Trotz der Pandemie finden in Hessen immer mehr Menschen Beschäftigung. Bei sinkenden Arbeitslosenzahlen werden Fachkräfte zunehmend gesucht, während eine andere Gruppe immer weniger Chancen hat.

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gegen den Bundestrend ist in Hessen die Zahl der Arbeitslosen im Dezember weiter gesunken. Zum Stichtag am 13. Dezember waren 157.416 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag berichtete. Das waren 728 weniger als im November und fast 30.000 weniger als im Dezember 2020. Die Arbeitslosenquote blieb zum Vormonat unverändert bei 4,6 Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht auf 2,33 Millionen. Die Quote betrug unverändert 5,1 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2021 berichtete die Agentur von einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 178.000 Menschen in Hessen. Im Vergleich zum Jahr zuvor war das ein Rückgang um 3,7 Prozent. Vor allem das Kurzarbeitergeld habe die Gefahr verringert, arbeitslos zu werden, erklärte die operative Direktionsgeschäftsführerin Bettina Wolf in einer Mitteilung. Eingestellt wurden bevorzugt Leute, die erst kurz vorher ihren Job verloren hatten. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm im Jahresvergleich um 3,2 Prozent zu.

Zurzeit stiegen die Anzeigen der Unternehmen zur Kurzarbeit wieder, berichtete Wolf. Die Corona-Variante Omikron ziehe die Krise zwar in die Länge. Man sei aber gerüstet, auf sprunghafte Veränderungen zu reagieren und die Kurzarbeitsanträge zügig zu bearbeiten. Im Dezember hatten die Betriebe in 1200 Anzeigen Kurzarbeit für 11.900 Menschen neu beantragt.

Gleichzeitig werden in Hessen immer mehr Fachkräfte gesucht. Wolf bezeichnete es als bemerkenswert, dass die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf 50.520 zulegte. Den Unternehmen sagte sie Unterstützung ihrer Behörde bei Aus- und Weiterbildungen zu.

Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände bezeichnete den Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt als «wackelig». Rund 8000 Betriebe mit rund 100.000 Beschäftigten würden immer noch mit Kurzarbeitergeld gestützt. Es sei daher keine Zeit für arbeitsmarktpolitische Experimente der Ampelkoalition in Berlin, erklärte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde dürfe nicht vor 2023 kommen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund verlangte hingegen eine schnelle Umsetzung des höheren Mindestlohns und ein Ende der Aufstockung «unwürdiger Löhne» durch die Sozialkassen. Die Arbeitgeber bedienten sich an Steuermitteln und ließen ihre Flucht vor Tarifverträgen von der Allgemeinheit finanzieren, kritisierte DGB-Bezirkschef Michael Rudolph. Der Gesetzgeber müsse die Ausweitung von Flächentarifverträgen unterstützen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Social Media: Musk spricht von günstigerem Deal für Twitter

Auto news

Stiftung Warentest : Bei Autokindersitzen auf Schadstoffe achten

Sport news

Eishockey-WM: Sieg für Eishockey-Team - Wie schwer ist Stützle verletzt?

Musik news

Song Contest: ESC-Sieger Kalush Orchestra zurück in der Ukraine

Tv & kino

Prenzlauer Berg: DDR-Trilogie: «Leander Haußmanns Stasikomödie»

Tv & kino

Der junge Ibrahimovic: «I Am Zlatan»: Großes Ego, großes Kino?

Job & geld

Streitfall: Längere Krankheit rechtfertigt Kündigung im Fitnessstudio

Das beste netz deutschlands

Verbraucherzentrale : Vor personalisierten Preisen beim Online-Einkauf schützen

Empfehlungen der Redaktion

Regional rheinland pfalz & saarland

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit: Auch positive Signale

Wirtschaft

Bundesagentur für Arbeit: Kaum noch Corona-Effekt am Arbeitsmarkt

Wirtschaft

Bundesagentur für Arbeit: Unsicherheit auf dem deutschen Arbeitsmarkt nimmt zu

Regional sachsen

Mehr Arbeitslose in Sachsen - Kurzarbeit-Anstieg erwartet

Regional sachsen

Arbeitslosigkeit auf Vor-Corona-Niveau

Regional hessen

Hessens Arbeitsmarkt bleibt zum Jahresbeginn stabil

Regional sachsen

Corona-Krise: Schlechte Prognosen für Sachens Arbeitsmarkt

Regional hamburg & schleswig holstein

Hamburger Arbeitsmarkt kommt gut durch die Corona-Krise