Commerzbank beruft zwei neue Vorstände

15.09.2021 Die Commerzbank baut ihren Vorstand weiter um. Die Führung der Privatkundensparte soll zum 1. Januar 2022 Thomas Schaufler übernehmen, der derzeit in gleicher Funktion bei der österreichischen Erste Group arbeitet. Zudem beschloss der Aufsichtsrat des Frankfurter MDax-Konzerns am Mittwoch die Trennung von IT-Vorstand Jörg Hessenmüller spätestens zum 31. Dezember des laufenden Jahres.

Das Logo der Commerzbank hängt an der Außenfassade einer Filiale. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hessenmüllers Nachfolger als Chief Operating Officer (COO) wird nach Mitteilung der Bank Jörg Oliveri del Castillo-Schulz. Der selbstständige Berater für Strategie- und Transformationsvorhaben soll den Posten übernehmen, sobald die Zustimmung der Aufsicht zu seiner Bestellung vorliegt.

Hessenmüller war zuletzt wegen des kostspieligen Scheiterns der Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die britische Großbank HSBC unter Druck geraten. Die Commerzbank hatte das 2017 noch unter dem damaligen Vorstandschef Martin Zielke angeschobene Großprojekt nach mehrfacher Verzögerung im Juli dieses Jahres mit sofortiger Wirkung gestoppt und musste deshalb eine Abschreibung von 200 Millionen Euro vornehmen. Erst kurz vorher, Mitte Juni 2021 hatte der Aufsichtsrat Hessenmüllers Vertrag bis Ende 2026 verlängert.

Die Führung des wichtigen Segments Privat- und Unternehmerkunden hatte nach dem Abgang des bisherigen Privatkundenvorstands Michael Mandel zum 30. September 2020 Personalchefin Sabine Schmittroth vorübergehend zusätzlich übernommen. Mandel hatte die Bank im Streit um die künftige Ausrichtung des bis dato dichten Filialnetzes der Commerzbank verlassen.

Der seit diesem Januar amtierende Konzernchef Manfred Knof steuerte angesichts der zunehmenden Digitalisierung von Bankgeschäften radikal um: Das Filialnetz in Deutschland wird von 790 auf 450 Standorte fast halbiert. 240 Zweigstellen in Deutschland will die Commerzbank noch in diesem Jahr dichtmachen, 2022 soll der Filialabbau im Inland abgeschlossen werden. Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern will der Vorstand bis Ende 2024 von etwa 39.500 auf 32.000 drücken.

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