AfD wählt Repräsentanten des rechten Spektrums an Spitze

20.11.2021 Der Landtagsabgeordnete Andreas Lichert führt nun die hessische AfD mit an. Er stehe für rechte, freiheitlich-konservative Politik, sagt er. Eine Richtungsentscheidung sei seine Wahl am Samstag aber nicht gewesen.

Andreas Lichert (AfD). Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wechsel an der Spitze der hessischen AfD: Die Partei wählte am Samstag als einen von zwei Vorstandssprechern den Landtagsabgeordneten Andreas Lichert, der eigenen Angaben zufolge das rechte Spektrum der AfD repräsentieren will. Der 46-Jährige erhielt mit 109 die meisten der 199 abgegebenen und gültigen Stimmen in dem Wahlgang, insgesamt waren für den Posten vier Kandidaten angetreten.

Zweiter Teil der Doppelspitze bleibt Robert Lambrou, der auch die Landtagsfraktion anführt. Der 54-Jährige erhielt bei dem Parteitag in Frankfurt-Zeilsheim 114 von 206 abgegebenen und gültigen Stimmen, für den Posten gab es zwei Kandidaten. Der zweite Kandidat war Klaus Herrmann, der bisherige Co-Vorsitzende. Er erhielt 79 Stimmen. 13 Delegierte waren für keinen der beiden Kandidaten. Lambrou sagte, als eine wichtige Aufgabe sehe er die Vorbereitung auf die Landtagswahl im Herbst 2023.

Lichert sagte nach seiner Wahl, er wolle gemeinsam mit Lambrou, der früher bei der SPD gewesen sei, die inhaltliche Breite der Partei repräsentieren. Er selbst stehe für ein freiheitlich-konservatives, rechtes Profil. Rechtsextremismus-Vorwürfe seien aber Unsinn. Bei seiner Wahl handele sich nicht um eine Richtungsentscheidung.

Der Landtagsabgeordnete galt als Anhänger des inzwischen formal aufgelösten «Flügels» der AfD, der vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Bestrebung beobachtet wird. Zum «Flügel» sagte der 48-Jährige, dieser existiere nicht mehr. Seine Mitglieder seien aber noch vorhanden und darüber sei er froh. Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke hatte das Netzwerk gegründet.

In seiner Bewerbungsrede vor der Wahl kritisierte Lichert unter dem Applaus der Delegierten die staatliche Corona-Politik als irrational. Die Parteimitglieder rief er auf, zusammenzuarbeiten und nicht länger mit dem Finger aufeinander zu zeigen - um nicht «den ständigen Radikalismusvorwurf» von außen zu bestätigen. Inhaltlich gehe es ihm darum, dass mehr staatliche Unterstützung bei den Menschen ankomme, die auf sie angewiesen seien. Bisher bleibe zu viel Geld in der Bürokratie hängen.

Die Wahl zum hessischen Landessprecher gilt für zwei Jahre. Ein Antrag, anstelle der bisherigen Doppelspitze nur noch einen Vorstandssprecher zu wählen, fand keine Mehrheit.

Die AfD erzielte bei der Bundestagswahl ein Ergebnis von 10,3 Prozent der Stimmen nach 12,6 Prozent bei der vorangegangenen Wahl. In Hessen kam die Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl auf 8,8 Prozent (minus 3,1) der Stimmen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Formel 1

Formel 1: Mick Schumacher hofft auf Zukunft für Monaco-Rennen

Internet news & surftipps

Spiele: Macher von «Pokémon Go» entwickeln eigenes soziales Netzwerk

Auto news

Mercedes: T-Klasse: Familien-Limousine startet unter 30000 Euro

Musik news

Altrocker: «Geiles Konzert. Danke Schwerin!» - Udo Lindenberg auf Tour

Musik news

Rockband: Rocker Steven Tyler auf Entzug - Aerosmith sagt Konzerte ab

Musik news

«Udopium»-Tour: Erstes Lindenberg-Konzert nach drei Jahren

Internet news & surftipps

Snapchat: Snap-Aktie fällt um 40 Prozent nach Geschäftswarnung

Das beste netz deutschlands

Featured: Giga AR Fitness App: Dein Workout mit Augmented Reality

Empfehlungen der Redaktion

Regional bayern

AfD im Landtag weiter isoliert: Stadler durchgefallen

Regional baden württemberg

Schwelling und Haggenmüller: Doppelspitze der Südwest-Grünen

Inland

Verfassung: AfD kommt ohne Hilfe nicht ins Bundestagspräsidium

Regional rheinland pfalz & saarland

Uta Sullenberger neue Landeschefin der Grünen im Saarland

Inland

Doppelspitze: Dröge und Haßelmann neue Grünen-Fraktionsvorsitzende

Regional sachsen anhalt

Parteien: Neue Linken-Spitze will nach Kritik auf Basis zugehen

Regional hamburg & schleswig holstein

Wahlkampagne: AfD will bei Landtagswahl acht Prozent holen

Regional sachsen anhalt

Oberbürgermeister: Magdeburger Wahl: Borris und Rösler müssen in die Stichwahl