Weniger Hamburger beziehen Hartz IV

12.01.2022 Durch die Corona-Krise verloren viele Hamburgerinnen und Hamburger im Jahr 2020 ihren Job. Auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger stieg daher auf einen Höchststand. Nun sinkt die Hilfebedürftigkeit wieder - und das Vorkrisenniveau scheint in greifbarer Nähe.

Wolken ziehen über ein Schild der Agentur für Arbeit. Foto: Carsten Koall/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz der andauernden Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr weniger Menschen in Hamburg Hartz IV bezogen. Die Zahl ging deutlich zurück, wie das Jobcenter am Mittwoch mitteilte. 2021 nahmen demnach rund 27.000 Leistungsempfänger eine Arbeit oder eine Ausbildung auf. Wie viele Hamburgerinnen und Hamburger im selben Zeitraum neu auf die Grundsicherung angewiesen waren, war zunächst unklar. Dazu lagen einer Sprecherin zufolge noch keine Daten vor.

«Der pandemiebedingte Anstieg in der Hansestadt ist zu 90 Prozent abgebaut», sagte Jobcenter-Chef Dirk Heyden. Das Niveau von Januar 2020 sei aber noch nicht ganz erreicht. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger hatte damals bei rund 124.000 Menschen gelegen. Infolge der Corona-Krise stieg die Zahl auf einen Höchststand von rund 139.000. Zum Jahresende 2021 waren nun knapp 125.400 Menschen auf die Grundsicherung angewiesen.

Damals musste sich auch viele Selbstständige arbeitslos melden. Ihre Anzahl hatte sich dem Jobcenter zufolge 2020 fast verdreifacht - von etwa 2500 auf rund 7000. «Das waren zum Beispiel Fotografen, Coaches oder Kosmetikerinnen, die wegen des Lockdowns ihre Geschäfte nicht mehr ausführen konnten», sagte Heyden. Seit dem Höchststand 2020 sei ihre Zahl um mehr als 54 Prozent zurückgegangen.

Für die schnelle Erholung gebe es zwei Hauptgründe: «Das liegt zum einen an der guten Corona-Politik, insbesondere an der Vermeidung eines weiteren Lockdowns», sagte Heyden. Zudem sei der Arbeitsmarkt gerade sehr aufnahmefähig. Auch viele Selbstständige konnten demnach ihr Geschäftsmodell wieder aufnehmen oder ließen sich umschulen.

«Wenn die Entwicklung so weitergeht, müsste das Vorkrisenniveau in ein, zwei Monaten erreicht sein», sagte Heyden. Das gelte aber nur, wenn ein Lockdown weiterhin vermieden werden könne. Angesichts der Virusvariante Omikron sei dies also noch mit Unsicherheit behaftet.

In Hamburg ist ungefähr jeder Zehnte auf Hartz IV angewiesen. Für mehr als 183.000 Hamburgerinnen und Hamburger in 95.000 Haushalten ist Arbeitslosengeld II das letzte soziale Netz. Dazu zählen etwa auch Kinder oder Ehepartner von Arbeitssuchenden, die Grundsicherung beziehen. Die Leistung soll ihren Lebensunterhalt sichern und deckt etwa die Kosten für Unterkunft, Heizung, Warmwasser, Elektrizität ab.

Die Bezeichnung Hartz IV geht zurück auf Sozialreformen unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD), die auf Vorschlägen des früheren VW-Managers Peter Hartz basierten. Insgesamt zahlte das Hamburger Jobcenter 2021 dafür rund 1,4 Milliarden Euro aus.

© dpa-infocom GmbH

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