Verdi sieht mögliche Beteiligung von Cosco kritisch

20.07.2021 Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sperrt sich gegen einen Einstieg des chinesischen Terminalbetreibers Cosco Shipping Ports beim Hamburger Containerterminal Tollerort (CTT). Aus Sicht von Verdi wäre dies «ein weiterer Schritt in Richtung Abschaffung des Landlord-Prinzips im Hamburger Hafen», heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft vom Dienstag in Hamburg. Gemeint ist damit die Arbeitsteilung zwischen öffentlich-rechtlicher Hafenverwaltung als Eigentümer der Hafenflächen und der privaten Bewirtschaftung zum Beispiel beim Güterumschlag.

Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di». Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Mögliche Probleme resultieren dabei nicht in erster Linie aus der Nationalität des Kapitalgebers. Vielmehr stärkt ein solcher Schritt den Einfluss der Reeder auf die lokalen Logistikbedingungen», kritisiert die Gewerkschaft. Dies führe dazu, «dass die Wettbewerbsbedingungen in der Schifffahrt und im Umschlag zunehmend von einer kleinen, weltweit agierenden Gruppe von Reedern bestimmt werden» - mit Folgen für die Arbeitsbedingungen auf Schiffen und in Häfen.

Verdi reagierte auf positive Äußerungen des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher zu den Anfang Juni bekannt gewordenen Beratungen zwischen Cosco und dem Logistikkonzern HHLA als Betreiber des Terminals Tollerort. «Es gibt dazu keine politischen Vorgaben, aber was unternehmerisch sinnvoll ist, muss auch praktisch möglich sein und gemacht werden», hatte der SPD-Politiker der dpa gesagt. Hamburg müsse bei der Wettbewerbsfähigkeit der nordeuropäischen Seehäfen auf der Höhe der Zeit bleiben.

China ist für den drittgrößten europäischen Seehafen als mit Abstand wichtigster Handelspartner Hamburgs eminent wichtig. Schiffe der Reederei Cosco Shipping laufen bereits seit fast 40 Jahren das HHLA-Terminal Tollerort an. «Es hat gute Gründe, weswegen Cosco und andere Reedereien Interesse haben an einer Terminalbeteiligung», sagte Tschentscher und verwies darauf, dass Reedereien und Terminals in fast allen Häfen zusammengingen.

«Für Verdi ist die Vormacht der überdies bereits übermäßig subventionierten Reeder bedenklich», sagte der Fachbereichsleiter Verkehr der Gewerkschaft, Natale Fontana. «Die Arbeitsplätze am und durch den Hamburger Hafen stehen für uns im Vordergrund.» Die Gewerkschaft fordert einen «sozial gerechten Hafenentwicklungsplan, der die Zukunft der Beschäftigten sichert und ökologische Forderungen einbezieht».

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: «Scheiße an den Füßen»: Wolfsburger Krise verschärft sich

Musik news

Musik-Experte: Produzent und «DSDS»-Juror: Toby Gad rückt ins Rampenlicht

People news

Erfahrungsbericht: «Intensiv» - ein Notruf aus der Krankenpflege

People news

Familienleben: Popsänger Sasha hatte keine einfache Kindheit

Auto news

Busfahrermangel : Tausende Kräfte fehlen

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Tschentscher würde Beteiligung von Cosco begrüßen

Regional hamburg & schleswig holstein

HHLA und Cosco einig über Terminalbeteiligung in Hamburg

Regional hamburg & schleswig holstein

Streit um Hafenpolitik des Senats in der Bürgerschaft

Regional hamburg & schleswig holstein

Nabu: Zusammenrücken der Häfen eine «Chance»

Regional hamburg & schleswig holstein

Job-Abbau: Mehrere Hundert Hafenbeschäftigte demonstrieren

Wirtschaft

Transport: Hafenwirtschaft sieht Hamburger Hafen zunehmend unter Druck

Regional niedersachsen & bremen

Signal der Hansestädte: Kooperation der Containerhäfen nötig

Regional mecklenburg vorpommern

Umfrage: Deutsche Reeder bei EU-Klimazielen skeptisch