SPD-Listenvorschlag zur Landtagswahl steht

29.01.2022 Kompliziertes Werk mit einigen Überraschungen: SPD-Landeschefin Midyatli stellt erstmals den Listenvorschlag zur Landtagswahl im Norden vor. Manche Abgeordnete finden sich dort erstaunlich weit hinten. Midyatli sieht für sie trotzdem gute Chancen.

Die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli spricht im Landtag. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einem Mix aus erfahrenen Abgeordneten und ehrgeizigen Neulingen steuert die SPD in Schleswig-Holstein die Landtagswahl am 8. Mai an. Ihre Partei wolle dann als erste durch das Rennen gehen, sagte die Landesvorsitzende Serpil Midyatli am heutigen Samstag. Sie stellte der Presse den Vorschlag des Landesvorstandes für die Landesliste vor. Dem Spitzenkandidaten, Ex-Staatskanzleichef Thomas Losse-Müller, folgen die Landes- und Fraktionsvorsitzende Midyatli, Bildungsexperte Martin Habersaat, die 32-jährige Sophia Schiebe, SPD-Landesvizin und noch nicht im Landtag, und der langjährige Abgeordnete Kai Dolgner.

Ziel der SPD ist es, mit Losse-Müller den Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) abzulösen. Beide treten im Wahlkreis Eckernförde auch direkt gegeneinander an. Die jüngste Umfrage von Infratest dimap sah die CDU mit 28 Prozent vor der SPD mit 23 und den Grünen mit 20 Prozent.

Die Entscheidung über die SPD-Landesliste fällt auf einer Landeswahlkonferenz am 5. Februar in Neumünster. Kampfkandidaturen sind möglich, Midyatli erwartet aber nicht viele. Für eine Liste sind zahlreiche Kriterien und Interessen zu berücksichtigen: Welche Themen vertritt ein Bewerber? Wo ist er oder sie besonders kompetent? Alter, Geschlecht, berufliche Vielfalt und regionale Herkunft sind wichtig. Beim Geschlecht gilt das Reißverschlussverfahren: Da Losse-Müller auf Platz 1 steht, folgen Frauen jeweils auf den geraden Plätzen.

Alle Regionen, verschiedene Lebenswege und berufliche Erfahrungen müssten im Landtag vertreten sein, erläuterte Midyatli. «Für die SPD kandidieren Betriebsräte, Krankenschwestern, Tischler, Buchhändlerinnen, Chemiker, Juristinnen, Lehrer, Studentinnen, Landwirte und Erzieher.»

Von den 35 Direktkandidaten in den Wahlkreisen sind 16 Frauen. 12 Kandidaten seien unter 35, sagte Midiyatli. Auf den ersten 20 Plätzen seien es 4. Sechs Kandidaten hätten Migrationshintergrund, davon vier auf den ersten 20 Listenplätzen.

Einige erfahrene Abgeordnete stehen deutlich hinter neuen Namen - Landtagsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber auf 14, die Wohnungsbaupolitikerin Özlem Ünsal auf 20 und Verkehrsexperte Kai Vogel auf 25. «Kai Vogel wird seinen Wahlkreis (Pinneberg) wieder direkt gewinnen», sagte Midyatli. Sie selbst tritt wie Ünsal in der SPD-Hochburg Kiel an.

Heftige Rangeleien habe es zum Listenvorschlag nicht gegeben, sagte Midyatli, aber einige Kreisvorsitzende hätten sich schon andere Plätze für ihre Bewerber gewünscht. Es habe aber auch viel Lob gegeben, etwa bei der Platzierung junger Kandidaten.

Derzeit bilden die Sozialdemokraten im Landtag mit 21 Abgeordneten die zweitstärkste Fraktion nach der CDU (25). Die jüngste Umfrage von Infratest dimap sah die CDU bei der Sonntagsfrage mit 28 Prozent vor der SPD mit 23 und den Grünen mit 20 Prozent.

2017 gewann die SPD 10 der 35 Wahlkreise und lag mit 27,3 Prozent hinter der CDU mit 32,0 Prozent. Die Wahlkreisgewinner ziehen direkt in das Parlament ein; die Landesliste greift dann entsprechend den Zweitstimmenergebnissen für die Partei. Die SPD wolle so viele Wahlkreise wie möglich gewinnen, sagte Midyatli. 2017 holte sie ihre zehn Direktmandate in Kiel, Lübeck, Flensburg, Pinneberg, Elmshorn und Lauenburg-Süd.

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