Inzidenz in Hamburg steigt über 600: Omikron bei 90 Prozent

08.01.2022 Dass Omikron auch in Hamburg bereits die dominierende Variante bei den Corona-Infektionen ist, war zu erwarten. Aber wie hoch ihr Anteil am Infektionsgeschehen tatsächlich ist, überrascht - und macht sich auch in der Inzidenz bemerkbar.

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich. Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Hamburg den elften Tag in Folge steil gestiegen. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl neu registrierter Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Samstag mit 629,1 an. Am Freitag betrug der Wert 556,5, vor einer Woche noch 389,9. Verantwortlich für den rasanten Anstieg ist laut Behörde die Omikron-Variante, die mittlerweile in Hamburg hinter so gut wie jeder Neuinfektion steht.

«Wir gehen aufgrund laufender Untersuchungen und Hochrechnungen davon aus, dass derzeit rund 90 Prozent des Infektionsgeschehens in Hamburg auf diese Variante zurückzuführen sind», sagte Behördensprecher Martin Helfrich der Deutschen Presse-Agentur. Schon Anfang der Woche hatte der Senat mitgeteilt, dass davon ausgegangen werden müsse, dass Omikron die in der Stadt dominierende Variante ist - allerdings keine Angaben zur Höhe des Anteils gemacht.

Ende November sei die Delta-Variante noch der «Normalfall» gewesen und Omikron nur in Einzelfällen nachgewiesen worden, sagte Helfrich. Noch Anfang Dezember, in der 49. Kalenderwoche, sei Omikron in den zufällig ausgewählten Proben aus der ganzen Stadt nur sieben Mal bestätigt worden. Mittlerweile dürfte «mehr oder weniger jeder Fall» auf die Variante zurückzuführen sein. «Damit bildet Omikron nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.»

Insofern würden auch keine gesonderten Maßnahmen mehr in Omikron-Fällen ergriffen, da die positiv Getesteten in der Regel auch keinen Befund erhalten würden, mit welcher Variante sie infiziert sind. Zudem würden die Sequenzierungen zur Bestimmung der Virus-Variante auf das «normale Maß» von fünf bis zehn Prozent der positiven PCR-Tests zurückgefahren. Aufgrund der Omikron-Ausbreitung habe der Anteil der Sequenzierungen zuletzt im «hohen zweistelligen Bereich» gelegen, sagte er.

Laut Behörde kamen am Samstag 2256 bestätigte neue Ansteckungen hinzu. Das sind 245 mehr als am Vortag und 1383 mehr als am Samstag vor einer Woche. Insgesamt haben sich seit Februar 2020 in der Hansestadt nun mindestens 154.306 Menschen infiziert; 125.700 davon gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie an oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben Menschen stieg laut RKI um 3 auf 2025.

Angesichts der hohen Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen sei eine Kontaktnachverfolgung für die Gesundheitsämter immer schwieriger und finde zumeist nur noch in besonderen Fällen statt. «Wir konzentrieren unsere Ressourcen darauf, Infizierte zu kontaktieren», sagte Helfrich. Allein die Erfassung der Fälle stelle schon «eine große Herausforderung» dar.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Kliniken wurden Samstagvormittag (Stand 11.45 Uhr) laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 79 Covid-19-Patienten behandelt, 2 mehr als am Vortag; 43 von ihnen mussten invasiv beatmet werden, 5 mehr als am Freitag. Die Gesundheitsbehörde gab die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken der Hansestadt mit Stand Freitag mit 328 an; von ihnen lagen 73 auf Intensivstationen - das sind 12 beziehungsweise 2 mehr als am Vortag gemeldet.

79,7 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger sind dem RKI zufolge inzwischen mindestens einmal geimpft; den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach 77,5 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung erhielten bisher 37,3 Prozent der Hansestädter. Bei den Erst- und Zweitimpfungen liegt Hamburg im Ländervergleich weiter auf dem dritten Platz hinter Bremen und dem Saarland. Bei den «Booster»-Impfungen zur Auffrischung machte die Hansestadt einen Platz gut und steht nun vor Thüringen, Brandenburg und Sachsen nur noch auf dem viertletzten Rang.

© dpa-infocom GmbH

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