Hamburg genehmigt Bau von über 10.200 neuen Wohnungen

05.01.2022 Trotz der durch die Corona-Pandemie zusätzlich erschwerten Lage beim Wohnungsbau hat die Stadt Hamburg 2021 die Schaffung von über 10.200 neuen Wohneinheiten genehmigt. Mit Bauen allein erlange man aber noch keinen günstigen Wohnraum, bemängelt die Opposition.

Blick auf Mehrfamilienhäuser in der Innenstadt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit der Genehmigung des Baus von 10 207 neuen Wohneinheiten hat die Stadt Hamburg auch 2021 die selbst gesteckte 10.000er-Zielmarke übertroffen - trotz coronabedingt schwieriger Bedingungen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) lobte das Hamburger Bündnis für das Wohnen als Erfolgsmodell. «Selbst unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie ist es im vergangenen Jahr gelungen, den Bau von mehr als 10.000 neuen Wohnungen zu genehmigen.» Seit 2016 hat sich der rot-grüne Senat die Zielzahl gesetzt. Im ersten Corona-Jahr 2020 war der Bau von 10.007 Wohnungen genehmigt worden.

2021 seien die Bedingungen noch schwerer gewesen, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt. «So ist die Lage im Baugewerbe an vielen Stellen angespannt. Die Baustoffpreise haben massiv angezogen, für manche Materialien bestehen Rohstoffknappheit und Lieferengpässe. Die Pandemie hat obendrein zu Verzögerungen in Planungsprozessen und Zurückhaltungen bei Investoren geführt.»

Auch seien viele Flächenpotenziale in der Stadt durch den Wohnungsneubau der vergangenen Jahre bereits genutzt worden. «Das führt im Schnitt zu längeren Planungs- und Genehmigungsprozessen, während viele Bauvorhaben komplexer und gleichzeitig kleinteiliger angelegt sind als in den Vorjahren», sagte die Senatorin.

Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, nannte die vorgelegten Zahlen ein gutes Ergebnis. «Sie machen deutlich: Hamburg arbeitet mit und nicht gegen die Wohnungswirtschaft und schafft damit ein Investitionsklima, das die Errichtung bezahlbaren Wohnraums erleichtert und die Lage auf dem Wohnungsmarkt entspannt.»

Auch der Landesverband Nord des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) zeigte sich vom Erreichen der Zielmarke erfreut. «Neue Wohnungen sind das, was wir dringend brauchen, wenn wir langfristig bezahlbare Mieten und Kaufpreise haben möchten», sagte der BfW-Nord-Vorstandsvorsitzende Sönke Struck. «Insofern ist es ein gutes Zeichen, wenn sich in der Stadt weiterhin die Baukräne drehen.»

Die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Heike Sudmann, widersprach hingegen der Darstellung des Bürgermeisters, dass es sich beim Bündnis für das Wohnen um ein Erfolgsmodell handele. Der darin verabredete Drittelmix aus Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen habe Hamburg den höchsten Mietenanstieg der letzten 25 Jahre beschert. «Wenn Jahr für Jahr mehr als zwei Drittel teure Wohnungen entstehen, führt «bauen, bauen, bauen» zu massiven Mietsteigerungen», sagte sie. «Der Drittelmix ist ein Irrweg für die Mieter:innen, er hilft nur der Wohnungswirtschaft.»

© dpa-infocom GmbH

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