Fehmarnbelttunnel: Gericht bittet um Stopp von Riff-Arbeiten

17.01.2022 Die Arbeiten für den Ostseetunnel vor Fehmarn sind unterbrochen. Sie sollen ruhen, bis klar ist, wie es mit den geschützten Riffe an der Trasse weitergeht. «Das hat keinen Einfluss auf den Zeitplan des Projekts», sagt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz.

Bagger stehen auf einer Baustelle für den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Land Schleswig-Holstein zu einem vorläufigen Stopp von Baggerarbeiten im Bereich geschützter Riffe am deutsch-dänischen Fehmarnbelttunnel aufgefordert. Es handele sich um eine standardmäßige Bitte des Gerichts, die Arbeiten in dem betroffenen Bereich ruhen zu lassen, bis über einen Eilantrag entschieden sei, sagte ein Sprecher des Gerichts am Montag. Den Antrag hatte das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung am Donnerstag eingereicht. Zuvor hatte die «Neue Osnabrücker Zeitung» darüber berichtet.

Das Gericht habe keine Kenntnisse darüber, wie weit die Arbeiten inzwischen fortgeschritten seien, sagte der Sprecher. Wann ein Beschluss über den Eilantrag zu erwarten ist, sei ebenfalls unklar.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) reagierte gelassen auf die Entscheidung des Gerichts. «Selbst wenn das Aktionsbündnis damit eine Verzögerung des Bauablaufs bewirken sollte, wird die Klage weder eine substanzielle Veränderung des Projekts selbst noch des Zeitplans mit sich bringen», sagte er.

Voraussichtlich noch am Montag wollten die beiden Vorhabenträger Femern A/S und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) über das weitere Vorgehen beraten. «Klar ist für das Land, dass es bis zur Eilentscheidung des Senats keine weiteren Arbeiten in den strittigen Bereichen geben werde», sagte Buchholz.

Einen Bericht der «Kieler Nachrichten», wonach Femern A/S bereits am Sonntag einen Schwimmbagger von der Baustelle abgezogen habe, bestätigte eine Sprecherin der Planungsgesellschaft am Montag zunächst nicht.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im November 2020 Klagen gegen den Bau des Tunnels abgewiesen. Ausgeklammert wurden jedoch die Riffe, die erst nach Abschluss der Planungen entdeckt worden waren. Dafür sollte das Land ein ergänzendes Verfahren durchführen. Diese Planungen sehen Ausgleichsfläche für die Riffe an anderer Stelle vor. Dagegen haben der Naturschutzbund (Nabu), das Aktionsbündnis und zwei Firmen geklagt. Zudem wurden nun noch der Eilantrag eingereicht.

Der etwa 18 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an die deutsche Ostseeinsel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden. Der Absenktunnel soll die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von bislang fünf Stunden auf künftig unter drei Stunden verkürzen. Absenktunnel bestehen aus vorgefertigten Betonteilen, die in einen Graben auf dem Meeresgrund abgesenkt werden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Relegation: «Überragend»: Magath rettet Hertha - HSV verpasst Aufstieg

Musik news

Oasis-Sänger: Liam Gallagher über das Musikgeschäft: «Alles nicht echt»

Musik news

Altrocker: Udo Lindenberg startet Tournee «Udopium Live 2022»

People news

Reality-Star: Kourtney Kardashian Barker - Namensänderung auf Instagram

Internet news & surftipps

Foto-App: Snap sieht Quartalsziele in Gefahr - Aktie stürzt ab

Gesundheit

CovPass-App: Was tun, wenn der digitale Impfnachweis abläuft?

Internet news & surftipps

Cambridge Analytica: US-Staatsanwalt klagt gegen Facebook-Gründer Zuckerberg

Auto news

Gebrauchtwagen-Check: Der Ford Mondeo (seit 2007)

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Riffe im Bereich des Ostseetunnels fast vollständig weg

Regional mecklenburg vorpommern

Buchholz: Ostseetunnel wichtige europäische Verkehrsachse

Regional hamburg & schleswig holstein

Nabu legt Klagebegründung gegen Bau des Ostseetunnels vor

Regional hamburg & schleswig holstein

Symbolischer Baustart für Ostseetunnel auf Fehmarn

Regional hamburg & schleswig holstein

Buchholz für Staatsbeteiligung an Betreiber von LNG-Terminal

Regional hamburg & schleswig holstein

Beschwerde gegen Fehmarnbelt-Urteil in Karlsruhe ohne Erfolg

Regional hamburg & schleswig holstein

Minister informieren über geplante neue Elbquerung

Regional hamburg & schleswig holstein

Verkehr: Buchholz: Klage gegen neue Hochbrücke hat wenig Chancen