2G-Regel: Einzelhandel fürchtet Schlangen und Umsatzeinbußen

01.12.2021 Im zweiten Jahr in Folge fürchtet der Einzelhandel um sein Weihnachtsgeschäft. Hatte im vorigen Jahr ein Lockdown die Kunden ausgesperrt, ist es nun die 2G-Regel, von der die Händler Ungemach befürchten.

Ein Aufkleber an einer Glastür weist auf die 2G-Regel hin. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Hamburger Einzelhandel rechnet wegen der ab Samstag geltenden 2G-Regel in der Hansestadt mit Schlangen vor den Geschäften und ausbleibender Kundschaft. «Die Kontrolle der Impfnachweise ist aufwendig, und wir befürchten, dass sich vor den Geschäften Schlangen bilden», sagte die Hamburger Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nord, Brigitte Nolte, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Menschen werden durch diese Entscheidung bewusst davon abgehalten, die Geschäfte aufzusuchen, und der Handel muss mit großen Umsatzeinbußen rechnen.» Für den Weihnachtsendspurt bedeute das einen weiteren Schub für den Onlinehandel. Bereits in der vorigen Weihnachtssaison hatte der damalige Lockdown dem ohnehin boomenden Internetgeschäft zulasten des Handels vor Ort Auftrieb gegeben.

Der Senat hatte angesichts steigender Corona-Zahlen die Regeln zur Eindämmung der Pandemie verschärft und sperrt faktisch Ungeimpfte von Samstag an vom Einzelhandel aus. Sie können dann nur noch in Geschäften des täglichen Bedarfs einkaufen. «Es wird verpflichtend 2G im Einzelhandel eingeführt werden», sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer. Finanzsenator Andreas Dressel sicherte den Geschäftsleuten Unterstützung zu: «Die Hilfen gehen weiter.» Keiner müsse die Sorge haben, dass man in der vierten Corona-Welle alleingelassen werde. Aus Sicht des Handelsverbandes können die Unternehmenshilfen indes die erwarteten Verluste nicht auffangen.

Bisher sei das 2G-Modell nur für sehr wenige Händler interessant gewesen, «und zwar für diejenigen, die ihre Kunden gut kennen und die nur kleine Flächen haben», berichte der Handelsverband. Erklärtes Ziel der Maßnahme sei es, weitere Anreize für die Impfung zu schaffen. «Die Einschränkungen treffen nun ausgerechnet die Branche, die mit einer Impfkampagne und mit umfangreichen Impfangeboten, etwa in vielen Centern, intensiv für die Impfung geworben hat.»

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