Wendorff: Landwirte brauchen mehr Wertschätzung

02.01.2022 Lebensmittel werden zu Tiefpreisen teilweise verramscht. Die aufwendige Arbeit von Landwirten und Verarbeitern wird kaum berücksichtigt. Ein Umdenken wird gefordert: Landwirte wollen, dass ihre Arbeit anerkannt wird.

Henrik Wendorff spricht. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Henrik Wendorff, sieht in Forderungen nach höheren Preisen für Lebensmittel kein Allheilmittel zur Verbesserung der Lage seiner Berufskollegen. «Ihrer Arbeit muss vor allem mehr Wertschätzung von der Gesellschaft entgegengebracht werden», sagte Wendorff der Deutschen Presse-Agentur. «Den Bauern geht es nicht automatisch besser, wenn die Preise steigen», sagte er. Dies sei jedoch erforderlich, weil zwangsläufig die Produktionskosten stiegen.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte in einem Interview gesagt: «Es darf keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima. Das will ich ändern.»

Wendorff meinte dazu: «Am wichtigsten ist: Von den höheren Preise muss auch bei denjenigen etwas ankommen, die höhere Produktionskosten und höhere Ausgaben haben und mehr in Tierwohl investieren wollen.» Er vermisse da bislang Aussagen von Özedmir, wie es gelingen könne, in der Marktwirtschaft eine funktionierende Wertschöpfungskette aufzubauen. «Ich bin gespannt, ob es den Mut gibt, das durchzusetzen», sagte der Präsident.

Aus seiner Sicht sollte es unbedingt eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für Tiere geben. Auch ein ausgewogener Außenschutz angesichts des gemeinsamen Marktes in Europa müsse gesichert werden. Angebot und Nachfrage sollten nicht ausgeblendet werden.

Es bestehe nun die große Chance, Themen anzupacken und ein größeres Verständnis bei den Verbrauchern zu erreichen. Am Ende seien die Kunden dann freiwillig bereit, mehr zu zahlen. «Wir können nicht mehr für Preise wie vor 20 Jahren arbeiten und gleichzeitig Ansprüche der Zukunft erfüllen», betonte er.

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