Vater erschlagen: Haft und Sicherungsverwahrung für Sohn

21.12.2021 Als 19-Jähriger brachte er einen Berlin-Besucher um, rund 20 Jahre später erschlug er seinen Vater: Ein 40-Jähriger ist wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe seinen 73 Jahre alten Vater im April dieses Jahres in einem Streit mit einem Beil erschlagen, begründete das Berliner Landgericht am Dienstag das Urteil.

Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Richter ordneten zudem die Unterbringung des Angeklagten in der Einziehungsanstalt an. Außerdem wurde anschließende Unterbringung in der Sicherungsverwahrung für den Fall angeordnet, dass der 40-Jährige in der Maßregel seine Alkoholsucht nicht überwinden sollte. Unter Einfluss von Alkohol sei der Mann gefährlich.

Der deutsche Angeklagte habe seinen Vater in dessen Wohnung im Stadtteil Schöneberg besucht, hieß es weiter im Urteil. Die Männer hätten Alkohol konsumiert und sich Dias angesehen. «Es kam zu einem Streit, bei dem Alkohol eine Rolle spielte», sagte der Vorsitzende Richter. Im Prozess sei unklar geblieben, was Auslöser der Auseinandersetzung gewesen sei. Fest stehe, dass der Sohn vier Mal mit dem Beil zugeschlagen habe. «Eine geplante Tat war es nicht.»

Die Leiche wurde am 20. Mai entdeckt. Weil aus der Wohnung ein auffälliger Geruch drang, hatten Nachbarn die Polizei alarmiert. Der Sohn wurde Anfang Juni festgenommen.

Der 40-Jährige ist vielfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft. 2014 musste er sich wegen der Tötung eines 80-jährigen Berlin-Besuchers verantworten. Der Senior war im Sommer 2000 erschlagen worden. Eine an der Leiche sichergestellte Spur führte mehr als 13 Jahre später zum Verdacht gegen den Angeklagten. Er war zur Tatzeit 19 Jahre alt. Wegen Totschlags wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Strafe verbüßte er laut Justizangaben bis September 2018.

Im tödlichen Streit mit dem Vater sei der 40-Jährige laut Gutachter wegen Alkoholkonsums und einer Persönlichkeitsstörung in der Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert gewesen, so das Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft wegen Totschlags sowie anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Der Verteidiger plädierte auf maximal sieben Jahre und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom GmbH

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