Trotz Corona: Rekordzahlen und mehr Mitgliedern als Hertha

02.12.2021 Union ist sportlich noch in allen drei Wettbewerben vertreten. Auch die Finanzen scheinen aus Sicht des Clubs zu stimmen. Der Umsatz der Union-Gruppe soll in dieser Saison erstmals über 100 Millionen Euro betragen.

Fans von Union feuern ihr Team von der Tribüne aus an. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Eisernen trotzen der Corona-Pandemie. Der 1. FC Union Berlin befindet sich nach Einschätzung von Präsident Dirk Zingler «in der sportlich erfolgreichsten und wirtschaftlich wertvollsten Phase der Vereinsgeschichte. Wir sind erstmals im Dezember eines Jahres in drei Wettbewerben vertreten», betonte Zingler am Donnerstagabend bei der digitalen Mitgliederversammlung.

Im DFB-Pokal hätten sie realistische Chancen, die nächste Runde zu erreichen. In der Conference League können sie auch noch weiterkommen. Und vor dem Meisterschaftsspiel an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen RB Leipzig daheim haben sie als Sechster der Bundesliga weiter alle Chancen, erneut in den internationalen Rängen am Ende zu landen. Dabei spielt der Club erst seine dritte Saison in der höchsten deutschen Fußball-Klasse. «Wir sind noch ein kleiner, junger Bundesligist», betonte Zingler.

Vor knapp drei Wochen skandierten die Fans im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei noch «Stadtmeister, Stadtmeister» nach dem Sieg vor vollen Rängen im Derby über Hertha BSC. Die Mitgliederversammlung musste wegen der Corona-Pandemie aber wie schon im Vorjahr digital stattfinden für die mittlerweile 40.531 Mitglieder - über 500 mehr als Hertha (40.000).

«Wir gehen davon aus, dass die Zahl weiter wachsen wird. Wir müssen nicht um Mitglieder werben, sondern die Menschen treten ein, weil sie sich mit uns identifizieren und mit unserem Weg einverstanden sind», sagte Zingler.

Eine gewisse Symbolik hat aus seiner Sicht das erstmalige Überschreiten von 100 Millionen Euro beim Umsatz der Union-Gruppe. Diese besteht aus dem eingetragenen Verein, der Stadion AG und der Veranstaltungsgesellschaft.

Die Einschnitte durch Corona wollen sie bei Union nicht zu hoch hängen. Die müsse ein stabiles Unternehmen überstehen, betonte Zingler. Die Pandemie führte in der Saison 2020/21 zu einem negativen Geschäftsergebnis in Höhe von 10,375 Millionen Euro. Geplant war ein Plus von 40.000 Euro. «Es ist ein bewusst in Kauf genommenes Ergebnis», betonte Zingler: «Natürlich ist es corona-bedingt.»

Einnahmen in Höhe von 71,255 Millionen Euro standen Ausgaben von 81,630 Millionen Euro gegenüber. Geringere Zuschauereinnahmen und höhere Prämien für die Profis durch den sportlichen Erfolg sorgten für das Ergebnis. Das negative Eigenkapital erhöhte sich von -17,038 Millionen Euro auf -29,089 Millionen Euro.

«Das tatsächliche Vermögen der Union-Gruppe beträgt über 250 Millionen Euro. Alle unsere Verbindlichkeiten sind so geregelt, dass ein verlässlicher Zahlungsverkehr langfristig gesichert ist», sagte Zingler: «Wir haben keine Angst vor Verbindlichkeiten.»

Für die laufende Saison 2021/22 plant Union mit Einnahmen in Höhe von 96,453 Millionen Euro. Bei Ausgaben in Höhe von 96,222 Millionen Euro soll ein nahezu ausgeglichener Etat erreicht werden.

In den kommenden Jahren seiner Amtszeit bis 2025 will das Präsidium um Zingler über 100 Millionen Euro in die eigene Infrastruktur investieren. Das betrifft die Erweiterung des Stadions An der Alten Försterei von derzeit rund 22.000 auf 37.000 Besucherinnen und Besucher. Das Baurecht soll es weiterhin 2022 erfolgen. Ob dann tatsächlich die Bagger rollen, wollte Zingler nicht versprechen.

Vorher müsse noch das Trainingszentrum der Profis am Stadion umgebaut werden. Dazu sollen bislang vom Stadtbezirk verwaltete Plätze genutzt werden. Weitere Schwerpunkte sind der bereits begonnene Neubau des Nachwuchsleistungszentrums und die Digitalisierung.

© dpa-infocom GmbH

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