Toter an deutsch-polnischer Grenze: Mordkommission ermittelt

24.11.2021 Nach der Entdeckung eines toten Irakers in einem Wald an der deutsch-polnischen Grenze nördlich von Guben (Landkreis Spree-Neiße) ermittelt eine Mordkommission der Polizei. Die Obduktion solle weitere Erkenntnisse zur Todesursache des 25-Jährigen ergeben, teilte die Polizeidirektion Ost am Mittwoch mit. Wann diese durchgeführt wird, stand zunächst noch nicht fest.

Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen. Foto: David Inderlied/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Tote konnte anhand seines Passes als Iraker identifiziert werden, hieß es in einer Mitteilung. Laut einer Sprecherin liegen die Ermittlungen zu Todesfällen immer bei der Mordkommission.

Nach Angaben der Bundespolizei war der Mann zusammen mit fünf anderen Männern und einer Frau am Dienstagvormittag in dem Waldstück zwischen den Orten Breslack und Coschen (Landkreis Oder-Spree) entdeckt worden. Einer der Begleiter des Toten hatte die Rettungskräfte alarmiert, weil es seinem Freund nicht gut gehe. Die Retter konnten vor Ort nur noch den Tod des 25-Jährigen feststellen.

Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts der illegalen Einreise. Nach Angaben eines Sprechers wollte die Gruppe Asyl in Deutschland beantragen. Alle seien irakische Staatsbürger, die unerlaubt über Belarus eingereist seien. Die Gruppe gab an, mit einem Auto nach Deutschland gekommen und von einem Schleuser über die Grenze gebracht geworden zu sein. Die fünf Männer und die Frau wurden nach Frankfurt (Oder) gebracht, wo sie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übergeben werden sollten.

Über Belarus und Polen kommen weiterhin viele Migranten unerlaubt nach Deutschland. Seit Monatsbeginn wurden in Brandenburg bis einschließlich 22. November 1314 unerlaubte Einreisen entlang der deutsch-polnischen Grenze registriert, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Seit Beginn des Jahres waren es 5609 unerlaubt Eingereiste mit Belarus-Bezug. Eine Entspannung der Lage zeichnet sich laut Bundespolizei derzeit nicht ab. Nach Angaben des Sprechers habe sich das Geschehen von Frankfurt (Oder) Richtung Guben verlagert.

Seit dem Sommer kommen über Belarus vor allem Iraker, aber auch Syrer, Afghanen und andere Migranten. An der polnischen Grenze zu Belarus sind Tausende Menschen gestrandet und hoffen auf Einreise in die Europäische Union. Die EU wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, die Menschen gezielt Richtung Polen, Litauen und Lettland zu schleusen.

Lukaschenko hatte im Frühjahr als Reaktion auf westliche Sanktionen erklärt, er werde Migranten auf dem Weg in die EU nicht mehr aufhalten. Die Zahl irregulärer Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen zu Belarus sowie an der deutsch-polnischen Grenze nimmt seitdem zu.

© dpa-infocom GmbH

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