Schärfere Corona-Regeln: Finanzhilfen vom Bund für Kliniken

17.01.2022 Schärfe Regeln für Restaurantbesuche und im Öffentlichen Nahverkehr: Brandenburg stemmt sich gegen das Coronavirus. Die Zahl der Infizierten steigt indes weiter. Die Kliniken erhalten finanzielle Unterstützung vom Bund.

Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Brandenburg gelten seit diesem Montag schärfere Corona-Regeln. Unter anderem greift die 2G-plus-Regel für den Besuch von Gaststätten. Im öffentlichen Nahverkehr gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Unterdessen stecken sich immer mehr Menschen im Land mit dem Coronavirus an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag auf 580,7, nach 573,2 am Sonntag. Damit liegt Brandenburg über dem Bundesdurchschnitt, den das Robert Koch-Institut am Montagmorgen mit 528,2 angab. Die Krankenhäuser bereiten sich auf eine steigende Zahl von Covid-Patienten vor. Finanzielle Unterstützung, damit Betten freigehalten werden können, erhalten sie vom Bund.

Die Warnampel steht bei der Sieben-Tage-Inzidenz weiter auf Rot. Beim Anteil der mit Covid-Patientinnen und -Patienten belegten Intensivbetten zeigt die Ampel mit 14,7 Prozent auf Gelb. Bei den neuen Krankenhauspatienten mit Covid-19 steht sie mit 2,73 auf Grün. Die Zahl gibt an, wie viele Patienten wegen Covid-19 bei 100.000 Einwohnern binnen einer Woche ins Krankenhaus kamen. 437 Menschen liegen derzeit mit einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus, davon befinden sich Stand Sonntag 112 auf Intensivstationen.

Die höchste regionale Sieben-Tage-Inzidenz verzeichnete am Montag der Landkreis Havelland mit 887,1 Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Es folgten Potsdam mit einem Wert von 874,7 und der Kreis Teltow-Fläming (800,9).

Die Omikron-Variante ist seit dem Jahreswechsel in Brandenburg dominant. Omikron verbreitet sich schneller als die bisher dominierende Delta-Variante des Coronavirus. «Wir wissen nach wie vor nicht, wie sich die Omikron-Welle auf das Gesundheitssystem auswirken wird», zeigte sich Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Montag besorgt.

Einer der größten Versorger im Land, das Klinikum Ernst von Bergmann (EVB) betreut derzeit 10 Covid-Patienten, sieben davon auf der Intensivstation. «Erfahrungsgemäß macht sich eine Zunahme der Hospitalisierungen wenige Wochen nach Steigerung der Inzidenzen bemerkbar. Bereits im Dezember vorgenommene Modellierungen gehen davon aus, dass mit einem Anstieg der Hospitalisierungszahlen Mitte bis Ende Januar zu rechnen ist», erläuterte Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung. Das Klinikum sei darauf vorbereitet.

Damit Betten für Covid-Patienten freigehalten und planbare Operationen verschoben werden können, erhalten die Brandenburger Krankenhäuser einen finanziellen Ausgleich vom Bund. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam werden rund 51,5 Millionen Euro vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) an das Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) ausgezahlt, welches das Geld an die derzeit 42 berechtigten Krankenhäuser weitergibt.

«Keine Klinik darf durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten», betonte Nonnemacher. Sie warb einmal mehr für das Impfen gegen das Coronavirus, auch aus «Solidarität mit denen, die unser Gesundheitssystem am Laufen halten».

Für einen Besuch von Gaststätten gilt seit diesem Montag die 2G-plus-Regel. Wer geimpft und genesen ist, aber keine Auffrischungsimpfung (Booster) hat, braucht einen tagesaktuellen negativen Corona-Test. Kinder unter sechs Jahren benötigen keinen Nachweis. Wer unter 18 Jahren ist, braucht einen Nachweis über die vollständige Impfung, aber keinen zusätzlichen Test und keine Booster-Impfung.

Die 2G-plus-Regel soll nicht mehr gelten, wenn sich die Lage in den Krankenhäusern entspannt. Nach einem Kompromiss mit der CDU wird sie ausgesetzt, wenn die Warnampel bei der landesweiten Hospitalisierungsinzidenz eine Woche lang auf Gelb oder Grün zeigt und die Ampel zugleich beim Anteil der Intensivbetten mit Corona-Patienten auf Grün steht. Das ist derzeit nicht der Fall.

Im öffentlichen Nahverkehr gilt nun eine FFP2-Maskenpflicht. In den kommenden Tagen werde erkundet, wie die neue Regelung befolgt werde, sagte Joachim Radünz, Sprecher des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, auf Anfrage. Es seien Schwerpunktkontrollen vorgesehen. Kinder unter 14 Jahren und das Kontroll- und Fahrpersonal dürfen auch OP-Masken tragen. Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen mit bescheinigter chronischer Erkrankung und Gehörlose plus Begleitung sind von der Maskenpflicht befreit.

© dpa-infocom GmbH

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