Projekt für bessere Notfallversorgung von Patienten startet

29.11.2021 Ob Husten oder Kopfschmerzen: In den Notaufnahmen sitzen häufig Menschen, die eher in eine Arztpraxis gehören. Die Rettungsstellen sind seit Jahren überlastet. Ein Modellprojekt will das nun ändern.

Der Eingang zum Carl-Thiem-Klinikum (CTK) Cottbus. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Bildarchiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Um Patienten besser und schneller versorgen zu können geht an diesem Mittwoch am Cottbusser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) ein neues System der Notfallversorgung an den Start. Patientenströme sollen mit einem «Aufnahmetresen» künftig besser gelenkt werden, wie der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am CTK, Tim Flasbeck, am Montag sagte.

Sie erhalten an einer zentralen Anlaufstelle eine Ersteinschätzung nach der Schwere des Notfalls. Anschließend werden sie weitergeleitet. Bei dem Pilotprojekt arbeiten Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und Rettungsdienst eng zusammen. Fünf weitere Modellprojekte dieser Art sollen landsweit hinzukommen.

Jeden Tag stellen sich nach Klinikangaben in der Notaufnahme im Schnitt 140 Patientinnen und Patienten vor. Das Problem sei nicht nur das enorme Patientenaufkommen dort mit extremen Wartezeiten, erläuterte Flasbeck. «Durch den Missbrauch der Notaufnahme können unter Umständen hochkomplexe, akute, lebensbedrohliche Fälle nicht schnell genug und adäquat versorgt werden.» «Der eingewachsene Zehnagel oder der Schnupfen gehören nicht in eine Notaufnahme», betonte der KVBB-Vorsitzende Peter Noack.

Ähnliche Probleme beklagt der Rettungsdienst seit Jahren. Auch in der Leitstelle Lausitz kommen täglich Notrufe ein, die eigentlich gar keine sind und blockieren Kapazitäten sowie Teams in den Einsatzfahrzeugen. «Im schlimmsten Fall dauert es dann länger, bis wir zum Beispiel bei einem Autounfall mit Schwerstverletzten sind», schilderte Ingolf Zellmann, Leiter der Leitstelle Lausitz. Der Notruf 112 könne und solle in lebensbedrohlichen Situationen genutzt werden.

Nach einem Punktesystem soll nun künftig festgestellt werden, wie dringend eine Behandlung erfolgen muss. So werden aktute Fälle wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle sofort versorgt. Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Symptomen werden in der ärztlichen Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung neben der Notaufnahme behandelt oder zu Sprechstundenzeiten an niedergelassene Fachärzte in der Nähe weitergeleitet.

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