Mehr Omikron-Fälle in Brandenburg: Labore gut ausgelastet

16.01.2022 Die Omikron-Virusvariante nimmt in Brandenburg zu. Zugleich sind PCR-Tests gefragter. Große Labore haben noch Kapazität, bereiten sich aber auch auf mehr Proben vor.

Ein PCR-Test wird für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Omikron-Fälle in Brandenburg ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, dass bis Freitag bisher 3247 Fälle der Coronavirus-Variante gezählt worden seien. Darunter seien 521 Fälle, die mit Gesamtgenomsequenzierung nachgewiesen wurden und 2726 Verdachtsfälle, die über eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) festgestellt wurden. Die meisten nachgewiesenen Omikron-Fälle gab es bisher im Kreis Teltow-Fläming (151). Anfang Januar wurden landesweit über Sequenzierung und PCR 344 Fälle gezählt. Etwa seit dem Jahreswechsel ist Omikron in Brandenburg dominant. Es verbreitet sich schneller als die bisher dominierende Delta-Variante.

Die Nachfrage nach PCR-Tests steigt. Große Labore in Brandenburg können die wachsende Zahl noch bewältigen, rechnen aber mit Problemen bei einer starken Zunahme. «Momentan können wir die Ansprüche unserer Praxen, die Corona-Proben zu uns schicken, gut erfüllen», sagte die Leiterin des Labors Potsdam des Instituts für medizinische Diagnostik (IMD), Anja Kleiber-Imbeck, der Deutschen Presse-Agentur. Wenn aber die Zahl der Corona-Proben deutlich steige, werde es schwierig. Das Labor hat eine Kapazität von bis zu 1100 Corona-PCR-Tests pro Tag. Unter anderem mit einem Vorrat an Reagenzien und Abstrichtupfern sollen die PCR-Tests sichergestellt werden.

Das Gemeinschaftslabor Cottbus MVZ mit sechs Standorten im Süden hat technisch aufgerüstet und kann nach Angaben von Leiter Karsten Mydlak bis zu 12 000 PCR-Tests in der Woche bearbeiten. «Wir liegen zwischen 65 und 70 Prozent der Auslastung», sagte er. Andere Bundesländer seien stärker von Omikron betroffen. Der Facharzt für Labormedizin stellt sich jedoch auf steigende Zahlen ein.«Aber machen wir uns nichts vor, es ist eine Momentaufnahme. Warum sollte es in einem schlechter geimpften Süden so bleiben?», sagte Mydlak.

Die Quarantäne soll nach einer Bund-Länder-Vereinbarung verkürzt werden, auch damit etwa Krankenhäuser trotz einer Omikron-Welle genug Personal haben. Kontaktpersonen müssen demnach nicht mehr in Quarantäne, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, seit weniger als drei Monaten doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder seit weniger als drei Monaten genesen sind. Für alle anderen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden. Nach sieben Tagen kann man sich mit PCR- oder Antigentest freitesten, Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nur mit PCR-Test und ohne Symptome seit mindestens 48 Stunden. Für die Umsetzung sind die Gesundheitsämter zuständig. Für Kontaktpersonen einer mit Omikron infizierten Person gilt bisher strikte Quarantäne von 14 Tagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen - stieg in Brandenburg auf 573,2, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. Den höchsten Wert hat Potsdam mit 874,7. Für die Lage in Krankenhäusern gab es keine neuen Werte, zuletzt hatte sich die Situation etwas entspannt.

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger müssen ab Montag schärfere Corona-Regeln mit 2G plus in Gaststätten beachten. Wer geimpft und genesen ist, braucht dann ohne Auffrischimpfung einen tagesaktuellen negativen Test. Kinder unter 6 Jahren benötigen keinen Nachweis. Wer unter 18 Jahren ist, braucht einen Nachweis für die vollständige Impfung, aber dann keinen Test oder keine Booster-Impfung.

Im öffentlichen Nahverkehr gilt ab Montag eine FFP2-Maskenpflicht. Für FFP2-Masken und OP-Masken wird die Tragepflicht ausgeweitet: Bisher konnten sie in Innenräumen etwa in Kinos, Theatern und bei Gerichtsverhandlungen abgenommen werden, falls bis zum nächsten Sitzplatz mindestens ein Meter Abstand war, das fällt jetzt weg.

Die 2G-plus-Regel wird nach einem Kompromiss mit der CDU ausgesetzt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Krankenhauspatienten mit Covid-19 landesweit eine Woche lang unter 6 bleibt - dann ist die Warnampel auf Gelb - und der Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten zugleich unter 10 Prozent ist - bei grüner Ampel. Das ist bisher nicht der Fall.

© dpa-infocom GmbH

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