Krankenhausgesellschaft: Lage in Kliniken wird «dramatisch»

25.11.2021 Die Situation in den Brandenburger Krankenhäusern wird wegen der Zunahme an Covid-Patienten immer angespannter. «Die Lage hat sich deutlich verschlechtert, es wird langsam dramatisch», sagte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, Michael Jacob am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vor allem im Süden sei die Lage sehr ernst, dort kämen die Kliniken an die kritische Grenze bei der Patientenversorgung. Jacob rechnet damit, dass wie in der dritten Corona-Welle der Katastrophenfall ausgerufen werden könnte. «Ich sehe, dass wir darauf zulaufen.» In diesem Fall könnte der Katastrophenschutz zur Unterstützung mit eingesetzt werden.

Als weiterer negativer Faktor kommt laut Jacob der Personalausfall bei denjenigen Pflegekräften hinzu, die auch Eltern seien und Kinder betreuen müssten. Die Inzidenz auch bei Kindern und die Zahl der Quarantänefälle habe landesweit zugenommen. Durch Verlegungen von Covid-Patienten in andere Krankenhäuser innerhalb Brandenburgs sei der Rettungsdienst stark belastet. Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken, den Leitstellen und dem Rettungsdienst laufe aber sehr gut.

Dass Brandenburg durch das sogenannte Kleeblatt-Konzept Patienten aus anderen Ostbundesländern aufnehmen wird, hält der Geschäftsführer eher für unwahrscheinlich. Um Engpässe in der intensivmedizinischen Behandlung zu vermeiden, sollen bis zum Wochenende mehrere Dutzend Patienten aus den stark von Corona betroffenen Regionen im Osten und Süden in andere Teile Deutschlands verlegt werden. Zum Kleeblatt Ost gehören Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Die Ostländer seien selber massiv belastet - untereinander werde es deshalb schwierig mit der Verlegung, sagte Jacob.

Von der Politik forderte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Entlastungen. Dabei gehe es etwa um einen finanziellen Ausgleich für Kliniken beim Freihalten der Betten für Covid-Patienten. Auch die Belastung mit Bürokratie wie etwa Strukturprüfungen bei Krankenhäusern müssten abgebaut oder ausgesetzt werden. Zudem seien geforderte Testungen für alle Mitarbeitenden der Branche nicht umzusetzen. Das sei «organisatorisch ein Wahnwitz».

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

NBA-Playoffs: Heat erzwingen Spiel sieben gegen Boston Celtics

Musik news

Festivals: «Jahr des Comebacks» - Rock am Ring und im Park nach Corona

People news

Musiker: Harry Styles kündigt Millionen-Spende für Waffenkontrolle an

Musik news

Abschiedstour: «Für immer im Herzen»: Elton John setzt Abschiedstour fort

Internet news & surftipps

Digitalisierung: Schnelles Internet zu langsam? Ausschüsse fordern mehr Tempo

Internet news & surftipps

USA: SEC-Prüfung, Klagen: Musk wegen Twitter-Einstieg unter Druck

Reise

Tests vor Abreise entfallen: Philippinen lockern Einreisebestimmungen für Touristen

Das beste netz deutschlands

Smartphones: «Einfacher Modus» und «Health» erleichtern Alltag

Empfehlungen der Redaktion

Regional berlin & brandenburg

Brandenburg hat dritthöchste Inzidenz: Scharfe Regeln drohen

Regional niedersachsen & bremen

Kliniken sollen Covid-Kapazitäten vorhalten: Besuchsverbote

Regional berlin & brandenburg

Woidke ruft Bürger um Unterstützung gegen Corona-Krise auf

Inland

Corona-Pandemie: Kliniken bereiten Patientenverlegungen vor

Regional berlin & brandenburg

Kliniken zur Belegung: «Plateau auf hohem Niveau»

Regional sachsen

31 Intensivpatienten aus Sachsen verlegt

Regional berlin & brandenburg

Pandemie: Krankenhausgesellschaft: Pandemie in Kliniken nicht vorbei

Regional rheinland pfalz & saarland

Omikron-Welle: Kliniken sehen sich gerüstet