Kommunen und Einzelhandel: Innenstädten muss geholfen werden

07.12.2021 Der Brandenburger Städte- und Gemeindebund (StGB) und der Einzelhandel fordern mit Blick auf über anderthalb Jahre Corona-Pandemie eine stärkere Unterstützung der Innenstädte durch das Land. Trends wie der Onlinekauf hätten sich durch die Pandemie nur verstärkt, sagte Geschäftsführer Jens Graf. Der Bund habe ein Programm zur Innenstadtentwicklung mit Hilfen von zunächst 25 Millionen Euro angesichts der schwierigen Lage der Innenstädte auf 250 Millionen Euro aufgestockt. Auch die Landesregierung müsse jetzt mit einem eigenen Förderprogramm nachziehen, forderte er am Dienstag.

Ein leeres Ladengeschäft in der Innenstadt von Potsdam. Foto: Stella Venohr/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bestimmte Berufe seien in der Pandemie unter Druck geraten, ergänzte StGB-Präsident Oliver Hermann. In bestimmten Bereichen sei eine Abwanderung der Mitarbeiter aufgrund der Unsicherheit durch die Corona-Maßnahmen zu beobachten, etwa in der Gastronomie, bei Reisebüros oder Modegeschäften. Auch deshalb müssten Einzelhändler dicht machen. «Da müssen Lösungen gefunden werden, damit das nicht zum Dauerproblem wird», so Hermann. Er forderte zudem, bei Maßnahmen wie Lockdown oder 2G-Regelung das «rechte Maß» zu finden.

Der Landesregierung sei nicht bewusst, wie gefährdet die Innenstädte im Land seien, warnte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Das zeige etwa die Reaktion auf den Vorschlag des Bündnisses für lebendige Innenstädte, dem Handel die verkaufsoffenen Sonntage zu lassen. Das sei abgelehnt worden. Es sei nur recht und billig, dass das Land über politische Bekenntnisse hinaus reagiere und praktische Hilfe leiste, so Busch-Petersen. Die Politik in Brandenburg habe entschieden, dass die «vier großen Player der Innenstädte, nämlich die Kultur, Hotel- und Gaststättenwesen, Veranstalter und Einzelhandel die Hauptlast der Pandemie tragen», kritisierte er.

Das Bündnis für lebendige Innenstädte wurde im April dieses Jahres gegründet und ist ein Zusammenschluss der drei brandenburgischen Industrie- und Handelskammern, des Handelsverbands Berlin- Brandenburg, des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, des Städte- und Gemeindebunds Brandenburg sowie des Städteforums.

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