Kannibalismus-Verdacht: Mordprozess geht ins nächste Jahr

22.12.2021 Das Urteil im Prozess gegen einen Lehrer wegen Mordes mit Kannibalismus-Verdacht verzögert sich. Weil die Verteidigerinnen am Mittwoch weitere Beweisanträge gestellt haben, zieht sich die Verhandlung am Berliner Landgericht bis in das nächste Jahr. Sollte die Strafkammer den Anträgen nicht nachkommen, würden die Plädoyers für den 7. Januar anstehen, kündigte der Vorsitzende Richter am inzwischen 22. Verhandlungstag an. 

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 42 Jahre alte Angeklagte soll im September 2020 in seiner Wohnung in Berlin-Pankow einen 43-Jährigen umgebracht haben, um durch die Tötung sexuelle Befriedigung zu erlangen und Teile der Leiche zu essen. Der Deutsche habe das Opfer laut Anklage wenige Stunden zuvor über ein Dating-Portal kennengelernt. Die Leiche habe er zerstückelt und Teile an verschiedenen Orten in der Stadt abgelegt. 

Der seit rund vier Monaten laufende Prozess war zuletzt im Streit um ein weiteres rechtsmedizinisches Gutachten ins Stocken geraten. Die Anwältinnen des Lehrers hatten Zweifel an der Sachkunde von zwei Sachverständigen geäußert und erfolglos die Einholung eines weiteren Gutachtens zu forensisch-toxikologischen Fragen gefordert. Diesen Antrag wiederholten sie nun. 

In einem ersten rechtsmedizinischen Gutachten hieß es, eine Todesursache sei letztlich nicht feststellbar. Dagegen hatte Rechtsmediziner Michael Tsokos von der Berliner Charité im Prozess erklärt, der gefundene Torso des Verstorbenen habe «außergewöhnlich blass und blutarm» ausgesehen. Er sei wahrscheinlich zu Lebzeiten «ausgeblutet aus einem großen Gefäß wie beispielsweise einer Halsschlagader.» Laut Untersuchungen hatte der 43-Jährige kurz vor seinem Tod die Droge Liquid Ecstasy (GHB) sowie weitere Substanzen konsumiert und war deshalb in seiner Handlungsfähigkeit beeinträchtigt.

Der Angeklagte hatte den Vorwurf einer Tötung zurückgewiesen. Nach einem Sex-Treffen habe der Mann allein im Wohnzimmer seiner Wohnung übernachtet, erklärte der Lehrer über seine Verteidigerinnen. Als er ihn am Morgen gefunden habe, sei der 43-Jährige tot gewesen. In Panik habe er sich entschlossen, die Leiche verschwinden zu lassen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Trainerwechsel: «Bild»: Breitenreiter wird neuer Trainer in Hoffenheim

People news

Ex-Monarch: Heimatbesuch: Spaniens umstrittener Altkönig glücklich

Tv & kino

Schauspieler: Woody Harrelson: «Ich bin kein Marxist, ich bin Anarchist»

Tv & kino

Regisseur: Palmen-Gewinner Mungiu über «eine sehr gewalttätige Spezies»

Internet news & surftipps

Gesellschaft: Faeser: Bei Kampf gegen Kindesmissbrauch nicht überziehen

Das beste netz deutschlands

Featured: 5G-Solitaire-Parfum versprüht die Magie von Echtzeit: 5G+ für die Sinne

Internet news & surftipps

Informationstechnologie: Richter: Keine Chance für künstliche Intelligenz in Justiz

Auto news

Grafik: Lkw-Emissionsklassen auf Mautstrecken: Euro VI dominiert

Empfehlungen der Redaktion

Regional berlin & brandenburg

Kannibalismus-Verdacht: Verteidiger wollen Richter ablehnen

Regional berlin & brandenburg

Kannibalismus-Verdacht: Rechtsmediziner zu Todesursache

Regional berlin & brandenburg

Kannibalismus-Verdacht: Angeklagter voll schuldfähig

Regional berlin & brandenburg

Kannibalismus-Verdacht: Schlussphase im Prozess

Regional berlin & brandenburg

Kannibalismus-Verdacht: Befangenheitsantrag gegen Richter

Regional berlin & brandenburg

Mordprozess mit Kannibalismus-Verdacht wohl vor Schlussphase

Regional berlin & brandenburg

Kannibalismus-Verdacht: Rechtsmediziner im Prozess erwartet

Regional berlin & brandenburg

Lebenslang im Kannibalismus-Prozess